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Bell schickt den V-280-Demonstrator in den Ruhestand

Der Technologie-Demonstrator Bell V-280 Valor wird nicht mehr benötigt. Der Hersteller hat mit dem Fluggerät bei 214 Flugstunden nachgewiesen, dass er die Anforderungen erfüllt und will sich nun auf die nächste Phase im FLRAA-Wettbewerb der US Army für das Fluggerät der Zukunft konzentrieren.

29.06.2021

Nach 214 Flugstunden hat der V-280-Demonstrator seine Aufgaben erfüllt und wird nun in den Ruhestand geschickt. © Bell

Die US Army sucht seit 2009 auf langfristige Sicht einen modernen Ersatz für ihre große Hubschrauberflotte. Die neue Flotte soll auf einer gemeinsamen, skalierbaren Plattform beruhen und aus wahrscheinlich vier unterschiedlich großen Fluggeräten bestehen. Dafür hat das US-Verteidigungsministerium die Initiative FVL (Future Vertical Lift) gestartet, an der sich mehrere Hersteller mit unterschiedlichen Konzepten beteiligt hatten. Nach einer ersten Auswahlrunde blieben noch zwei Wettbewerber übrig: Bell mit dem Tiltrotor V-280 Valor sowie Boeing und Sikorsky mit der SB-1 Defiant. Sie bemühen sich um einen Auftrag im Rahmen des Future Long-Range Assault Aircraft (FLRAA) Wettbewerbs der US Army.

Bell V-280 Valor

Bell hat nun das Flugerprobungsprogramm des V-280-Demonstrators nach drei Jahren beendet. In dieser Zeit hat der Hersteller mit dem Fluggerät 305 Knoten Höchstgeschwindigkeit erreicht – das Ziel waren 280 Knoten, daher rührt auch die Bezeichnung V-280 – und eine Kampfreichweite zwischen 500 und 800 nautischen Meilen nachgewiesen. Insgesamt war der V-280-Demonstrator 214 Stunden in der Luft. Auch Piloten des US Army haben das Fluggerät schon geflogen: Sie saßen bei insgesamt 15 Flügen an den Controls der V-280 Valor.

RFP wird im dritten Quartal erwartet

Nun wird der Demonstrator nicht mehr benötigt und Bell wird ihn einmotten. Es wird erwartet, dass das US-Verteidigungsministerium noch im dritten Quartal 2021 eine Angebotsaufforderung (Request for Proposal) für FLRAA verschickt. Darauf will sich Bell nun konzentrieren.

Keith Flail, der Executive Vice President, Advanced Vertical Lift Systems bei Bell, sagte: „Die Herausforderung, die FLRAA darstellt, war mit einer Hubschrauberkonfiguration nicht zu schaffen. Sie haben klar gesagt, dass sie modernisieren und transformative Fähigkeiten einsetzen müssen. Wir haben mehrere Technologien untersucht und festgestellt, dass der Tiltrotor die einzige Lösung für die Anforderungen in Bezug auf Beweglichkeit, Reichweite und Geschwindigkeit eines Langstrecken-Angriffsfluggerätes ist, die das erforderliche Kosten-, Zeit- und Risikoprofil erfüllen kann. Unser Team ist bestrebt, der Army die leistungsstärkste und flugerprobte Lösung für das FLRAA-Programm zu liefern.“

Neben den in der Flugerprobung gewonnenen Erkenntnissen hat Bell mit dem Team Valor auch wertvolle Daten gesammelt, die die US Army überzeugen sollen, dass der Hersteller ein modernes Waffensystem auch effizient bauen und liefern kann.

Volker K. Thomalla

 

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