Die britische Royal Air Force (RAF) hat schon seit mehreren Jahren einen Bedarf an einer Begleitdrohne angemeldet und hatte 2021 für die Vorarbeiten zur Entwicklung eines solchen unbemannten Fluggeräts von der britischen Regierung 30 Millionen Pfund genehmigt bekommen. An dem Projekt war neben Spirit AeroSystems auch Northrop Grumman UK beteiligt. Die Drohne sollte mit hoher Geschwindigkeit im Verbund mit Kampfflugzeugen wie dem Eurofighter Typhoon und der F-35 Lightning II fliegen und mit Raketen, Überwachungs-Technologien und Fähigkeiten zur elektronischen Kampfführung ausgerüstet sein. Sie sollte als erste unbemannte Plattform des Vereinigten Königreiches in der Lage sein, feindliche Flugzeuge zu identifizieren und abzuschießen. Doch schon 2022 wurde das Projekt aus Kostengründen gestoppt, und alle Arbeiten daran eingestellt.
Nun hat der britische Rüstungskonzern BAE Systems auf der Farnborough International Airshow (20. – 24. Juli 2026) in Farnborough eine neue Begleitdrohne vorgestellt. Das neue Fluggerät fällt in die Kategorie der Collaborative Combat Aircraft (CCA) – also Begleitdrohne – und trägt den Namen Brontanax. Das Fluggerät soll genau das liefern, was auch die Mosquito-Drohne liefern sollte und es soll noch vor Ende dieser Dekade einsatzbereit sein.
Die Mosquito-Drohne war ein Fehlschlag
Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting, der sein Amt erst am ersten Tag der Farnborough International Airshow antrat, enthüllte das Mock-up der Drohne an seinem ersten Tag im Amt. Bei der Enthüllung sagte er: „Die Enthüllung von Brontanax – Großbritanniens erstem unbemannten, autonomen ,Collaborative Combat Aircraft’ – zeugt von dem außergewöhnlichen Talent und der Innovationskraft unserer eigenständigen Verteidigungsindustrie.
Das von britischen Ingenieuren bei BAE Systems in Warton entwickelte und von britischen Unternehmen unterschiedlichster Größe unterstützte Fluggerät beweist, dass das Vereinigte Königreich über die Kompetenzen, die Technologie und die Entschlossenheit verfügt, weltweit eine Führungsrolle im Bereich der Luftkampffähigkeiten einzunehmen.
Wir investieren 300 Millionen Pfund in unser ,Storm Fighter’-Programm, um hierzulande ein autonomes Kampfflugzeug zu entwickeln. Diese Präsentation unterstreicht die enorme industrielle Leistungsfähigkeit Großbritanniens und unterstützt unser Ziel, die erste Luftstreitkraft Europas mit Systemen der sechsten Generation zu werden.“
Höhere Kampfkraft zu geringeren Kosten
Simon Barnes, der Managing Director des Geschäftsbereichs Air Sector bei BAE Systems, sagte: „Wir sind uns bewusst, dass Streitkräfte vor der Herausforderung stehen, den Anforderungen an Schnelligkeit, Anpassungsfähigkeit und Skalierbarkeit gerecht zu werden. Unsere ,Collaborative Combat Aircraft’ werden es ermöglichen, die Reichweite bemannter Flugzeuge zu vergrößern und bei geringeren Kosten eine höhere Kampfkraft zu erzielen, während die Piloten vor Gefahren geschützt bleiben.
Diese Fähigkeit stellt eine bedeutende Investition unseres Unternehmens in die Zukunft der britischen Luftstreitkräfte dar und knüpft an unser langjähriges Engagement für Innovation an. Sie unterstützt nicht nur verteidigungspolitische Prioritäten, sondern stärkt auch das souveräne britische Verteidigungsökosystem, indem sie Chancen für kleine und mittlere Unternehmen, Zulieferer und Partner im ganzen Land schafft.“
Nach Angaben von BAE Systems hat das Unternehmen die bisherige Entwicklung von Brontanax selbst finanziert. Es haben über 500 Mitarbeiter der BAE-Systems-Innovationstochter FalconWorks an der Entwicklung und dem Bau des Prototyps von Brontanax mitgewirkt. 75 Unternehmen unterschiedlicher Größe seien auch in das Projekt eingebunden.
Volker K. Thomalla
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