Lockheed Martin hat am 16. Oktober 2026 bekanntgegeben, dass das Unternehmen die erste C-130J-30 Super Hercules, die zu einer E-130J Phoenix II modifiziert wird, an die U.S. Navy übergeben hat. Die Übergabe fand im Werk von Lockheed Martin in Marietta im US-Bundesstaat Georgia statt.
Lockheed Martin C-130J Super Hercules
Die US-Küstenwache hat jetzt insgesamt 25 HC-130J Super Hercules für Such- und Rettungseinsätze bestellt. © U.S. Coast Guard / Jonathan Harper.
Die E-130J Phoenix II werden die heute im Einsatz befindlichen 16 E-6B Mercury-Flugzeuge ablösen, die auf der Boeing 707 beruhen und spätestens 2030 ihre strukturelle Lebensdauer erreichen. Sie stellen durch so genannte TACAMO-Missionen (Take Charge and Move Out) die Kommunikation zwischen den Atom-U-Booten der U.S. Navy und der US-Regierung über Funkgeräte im Längstwellenbereich sicher.
Trish Pagan, Vorstandsmitglied von Lockheed Martin für den Geschäftsbereich Air Mobility & Maritime Missions, sagte anlässlich der Übergabe: „Diese Auslieferung stellt einen historischen Meilenstein für die U.S. Navy, Lockheed Martin und das strategische Kommunikationsnetzwerk des Landes dar. Die C-130J-30 Super Hercules entwickelt sich stetig weiter und passt sich den Anforderungen unserer Kunden an; sie bewahrt die bewährte Zuverlässigkeit ihrer Vorgängermodelle und erschließt zugleich ein neues, strategisches Einsatzspektrum. Sie ist darauf ausgelegt, die Fähigkeiten bereitzustellen, die unsere Streitkräfte benötigen, und ist so konstruiert, dass sie selbst anspruchsvollsten operativen Herausforderungen standhält.“
Northrop Grumman baut die C-130J um
Das viermotorige Turboprop-Flugzeug wird nun von Northrop Grumman mit seinem umfangreichen Spezialequipment ausgerüstet, zu dem auch zwei mehrere Kilometer lange Schleppantennen gehören. Eine der beiden Antennen ist 1,2 Kilometer lang, die andere 7,9 Kilometer. Die Umrüstung wird mehrere Jahre benötigen.
Das erste Exemplar der E-130J dient zunächst als EMD (Engineering Development Model), an dem die Einbauten der verschiedenen Systeme getestet werden. Das Naval Air Systems Command (NAVAIR) hat bislang drei E-130J fest bestellt, der Bedarf liegt aber bei bis zu 16 Flugzeugen.
Die E-130J Phoenix II werden im aktiven Dienst vom SCW 1 (Strategic Communications Wing) der U.S. Navy auf der Tinker Air Force Base in Oklahoma betrieben.
Lockheed Martin hatte schon einmal die Flugzeuge für TACAMO-Missionen geliefert: Zwischen 1963 und 1993 nahmen EC-130Q diese Aufgaben wahr.
Volker K. Thomalla
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