Die Deutsche Marine verfügt nun über vier U-Bootjagd- und Seeferaufklärungsflugzeuge des Typs Boeing P-8A Poseidon. In der vergangenen Woche landete das vierte Exemplar des Musters auf dem Marineflliegerstützpunkt Nordholz, bestätigte das Marinekommando auf Anfrage von AeroBuzz.de.
Das Flugzeug mit dem Kennzeichen 63+04 hatte für den Ferryflug aus den Vereinigten Staaten seine Hoheitsabzeichen und die Kennung schwarz abgeklebt. Die Bundeswehr wird insgesamt acht Boeing P-8A erhalten, die in zwei Chargen bestellt wurden. Die erste Charge über fünf Flugzeuge wurde 2021 in Auftrag gegeben, die zweite über drei Flugzeuge im Herbst 2023. Die Deutsche Marine rechnet mit der Auslieferung aller bestellten Poseidon bis 2029.
Die Poseidon der Marine werden vom Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz betrieben. Die Boeing P-8A ist das größte Kampfflugzeug der Bundeswehr. Es ist mit Torpedos und Wasserbomben ausgerüstet und soll zu einem späteren Zeitpunkt auch mit Seeziel-Flugkörpern bewaffnet werden.
Wichtiges Einsatzmittel für SAR-Missionen
Die P-8A ist eine komplett digitalisierte Plattform. Über eine direkte Datenkommunikation sind die Besatzungen in der Lage, Informationen nahezu in Echtzeit an die Lagezentren innerhalb der Bundeswehr zu verteilen. Durch automatisierte Verfahren in Kommunikation und Navigation haben die Crews auch mehr Kapazitäten für ihre eigentliche Aufgabe, die Seeraumüberwachung. über und unter Wasser sowie die U-Boot-Jagd. Außerdem kann der Seefernaufklärer durch seine moderne Sensorik und große Reichweite, die mittels Luftbetankung noch erhöht werden kann, einen wichtigen Beitrag zu Search-and-Rescue-Operationen (SAR) leisten.
Langfristig ist auch der gemeinsame Einsatz der P-8A Poseidon mit den unbemannten Fluggeräten MQ-9B SeaGuardian geplant, von denen die Bundeswehr acht Systeme bestellt hat. Diese sollen ab 2028 ausgeliefert und ebenfalls im Marinefliegergeschwader 3 in Dienst gestellt werden.Den Einsatzradius der P-8A Poseidon gibt die Bundeswehr mit 1.190 nautischen Meilen (2.200 Kilometern) an.
Volker K. Thomalla
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