Homepage » Militär » Frankreich bestückt seine A400M mit Aufklärungssensoren

Frankreich bestückt seine A400M mit Aufklärungssensoren

Die französischen Streitkräfte erweitern das Fähigkeitsspektrum eines Teils ihrer Airbus A400M-Flotte durch die Beschaffung von ISR-Rüstsätzen (Intelligence, Surverillance, Reconnaissance). Doch damit sind die möglichen weiteren Einsatzfähigkeiten des Musters nicht erschöpft.

22.06.2026

Frankreich hat sechs Rüstsätze für den Airbus A400M bestellt, die den Transporter in ein ISR-Flugzeug umwandeln. © Airbus

Die französische Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA (Direction générale de l’armement) hat die europäische Beschaffungsagentur OCCAR beauftragt, einen Vertrag zur Fähigkeitserweiterung der französischen Airbus A400M mit Airbus Defence and Space zu schließen. Am 16. Juni 2026 wurde diese Vereinbarung nun unterschrieben.

Airbus A400M

Frankreich plant die Beschaffung von sechs Rüstsätzen für die A400M-Flotte der Armée de l’air et de l’escpace, die in insgesamt 20 A400 eingebaut werden können. Der Rüstsatz wird als Parallel Mission System (PMS) bezeichnet. Damit können die A400M Aufklärungs-, Infomationssammlungs- und Überwachungsmissionen fliegen.

Praktisch gesehen ermöglicht dieses Missionssystem den Einsatz neuer Kommunikationsausrüstung, Sensoren und Effektoren (wie etwa Drohnen oder aus dem Frachtraum abgesetzte Waffen). Der Vertrag zwischen der OCCAR, der DGA und Airbus umfasst die Installation des zentralen Rechnersystems und von Arbeitsplätzen im Frachtraum sowie die Integration eines abnehmbaren optronischen Sensorturms. Damit wird die A400M in die Lage versetzt, Aufklärungs- und Überwachungsmissionen zur Unterstützung von Bodenoperationen durchzuführen.

Die Auslieferungen starten ab 2027

Das erste PMS soll 2027 ausgeliefert werden und ab 2028 in die Flugerprobung gehen. In der Endausbauphase soll das System in der Lage sein, die Operationen von Hubschrauber der französischen Streitkräfte wie H225M Caracal und Airbus Helicopters Tiger zu koordinieren.

Jean-Brice Dumont, der Executive Vice President Air Power bei Airbus Defence and Space, sagte anlässlich der Unterzeichnung des Vertrags: „Die A400M ist ein wahres Schweizer Taschenmesser für die Streitkräfte, die sie einsetzen. Sie verfügt über die Fähigkeiten und das Potenzial, das Einsatzspektrum weiter auszubauen. Mit dieser Entwicklung erhält die französische Luft- und Weltraumstreitmacht ein Flugzeug, das zu einem taktischen Führungs- und Kontrollinstrument (C2) in der Luft werden kann.“

Jean-Brice Dumont sagte bei einem Medienbriefing auf der ILA (10. – 14. Juni 2026), dass die A400M auch zu einem fliegenden Informations-Knotenpunkt bei Einsätzen entwickelt werden könne.

Volker K. Thomalla

 

Keine News mehr verpassen: Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Folgen Sie uns auf Bluesky

Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

A400M bei der Armée de l’air nun vollständig einsatzbereit

A400M der Armée de l’air übt Eislandungen auf Grönland und in Kanada

Der 18. Airbus A400M für die Armée de l’Air et de l’Espace

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.