Die französische Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA (Direction générale de l’armement) hat die europäische Beschaffungsagentur OCCAR beauftragt, einen Vertrag zur Fähigkeitserweiterung der französischen Airbus A400M mit Airbus Defence and Space zu schließen. Am 16. Juni 2026 wurde diese Vereinbarung nun unterschrieben.
Airbus A400M
Die A400M mit Sticker 70 Jahre Luftwaffe des LTG 62 während der dynamischen Flugvorführung auf der ILA 2026. © Carsten Vennemann
Frankreich plant die Beschaffung von sechs Rüstsätzen für die A400M-Flotte der Armée de l’air et de l’escpace, die in insgesamt 20 A400 eingebaut werden können. Der Rüstsatz wird als Parallel Mission System (PMS) bezeichnet. Damit können die A400M Aufklärungs-, Infomationssammlungs- und Überwachungsmissionen fliegen.
Praktisch gesehen ermöglicht dieses Missionssystem den Einsatz neuer Kommunikationsausrüstung, Sensoren und Effektoren (wie etwa Drohnen oder aus dem Frachtraum abgesetzte Waffen). Der Vertrag zwischen der OCCAR, der DGA und Airbus umfasst die Installation des zentralen Rechnersystems und von Arbeitsplätzen im Frachtraum sowie die Integration eines abnehmbaren optronischen Sensorturms. Damit wird die A400M in die Lage versetzt, Aufklärungs- und Überwachungsmissionen zur Unterstützung von Bodenoperationen durchzuführen.
Die Auslieferungen starten ab 2027
Das erste PMS soll 2027 ausgeliefert werden und ab 2028 in die Flugerprobung gehen. In der Endausbauphase soll das System in der Lage sein, die Operationen von Hubschrauber der französischen Streitkräfte wie H225M Caracal und Airbus Helicopters Tiger zu koordinieren.
Jean-Brice Dumont, der Executive Vice President Air Power bei Airbus Defence and Space, sagte anlässlich der Unterzeichnung des Vertrags: „Die A400M ist ein wahres Schweizer Taschenmesser für die Streitkräfte, die sie einsetzen. Sie verfügt über die Fähigkeiten und das Potenzial, das Einsatzspektrum weiter auszubauen. Mit dieser Entwicklung erhält die französische Luft- und Weltraumstreitmacht ein Flugzeug, das zu einem taktischen Führungs- und Kontrollinstrument (C2) in der Luft werden kann.“
Jean-Brice Dumont sagte bei einem Medienbriefing auf der ILA (10. – 14. Juni 2026), dass die A400M auch zu einem fliegenden Informations-Knotenpunkt bei Einsätzen entwickelt werden könne.
Volker K. Thomalla
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