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Haushaltsausschuss genehmigt Eurofighter-Beschaffung

Die Luftwaffe wird ab 2025 38 Eurofighter der Tranche 4 (Quadriga) mit AESA-Radar bekommen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat gestern grünes Licht für die Beschaffung der modernsten Version des multinationalen Kampfflugzeugs für die Bundeswehr gegeben.

6.11.2020

Der Eurofighter mit dem Kennzeichen 31+49 startete im Mai 2020 mit neuer Sonderfolierung zum Erstflug vom Fliegerhorst Nörvenich. © Bundeswehr/Toni Dahmen

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner gestrigen Sitzung die Mittel für die Beschaffung von 38 Eurofightern der Tranche 4 freigegeben. Rund 5,4 Milliarden Euro sollen dafür aufgewendet werden. Für den Kauf der Kampfflugzeuge, die als Ersatz für Eurofighter der Tranche 1 beschafft werden, stimmten die Ausschuss-Mitglieder von CDU/CSU, SPD, FDP und AfD. Die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich, während die Ausschuss-Mitglieder von Die Linke gegen die Bereitstellung der Mittel stimmten.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, begrüßte den Beschluss: „Diese wichtige Entscheidung stärkt unsere Fähigkeiten in der Luftwaffe. Mit dem Ersatz der veralteten und reparaturanfälligen Tranche 1 erhöhen wir die Einsatzbereitschaft der Eurofighter-Flotte und damit unsere Verlässlichkeit im Bündnis.“

Auch Michael Schreyögg, Chief Program Officer bei der MTU Aero Engines und Vizepräsident Verteidigung beim Bundesverband der Deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie, BDLI, sagte: „Als BDLI-Vizepräsident freue ich mich außerordentlich über das Commitment des Bundestages zum Eurofighter. Die vierte Tranche des Flugzeugs bringt unseren Unternehmen und Mitarbeitern in dieser wirtschaftlich turbulenten Zeit dringend benötigte Stabilität. Das gilt auch und gerade für unsere Zulieferer, die durch ihre oftmals starke Verzahnung mit der zivilen Luftfahrt besonders von der Corona-Krise betroffen sind. Gleichzeitig ist diese Entscheidung ein klares Bekenntnis zum Eurofighter als Rückgrat der Luftwaffe. Zusammen mit den Fortschritten, die wir gemeinsam mit der Bundeswehr bei der Erhöhung der Einsatzbereitschaft erreicht haben, steht der Luftwaffe damit eine verlässliche und im internationalen Vergleich hochgradig leistungsstarke Plattform zur Verfügung.“

Das Captor-E-Radar soll ab 2023 der Hauptsensor von 110 Eurofighter der Luftwaffe werden. © V. K. Thomalla

Die Eurofighter der Tranche 4 sollen ab 2025 bis 2030 an die Luftwaffe ausgeliefert werden. Die Eurofighter dieses Bauloses sind – wie die Eurofighter der Tranche 2 und 3 – mehrrollenfähig, das heißt, sie können nicht nur Luftziele bekämpfen – wie die Eurofighter der Tranche 1 –, sondern auch Bodenziele. Hauptsensor der Eurofighter der Tranche 4 ist das Captor-E AESA-Radar von Hensoldt und Indra. Die Bestellung umfasst neben 34 Exemplaren für den Einsatzflugbetrieb auch vier Eurofighter, die für Tests und Erprobungen speziell instrumentiert werden.

„Mit diesen zu Testzwecken speziell ausgerüsteten Flugzeugen soll das Waffensystem in Kooperation mit der Rüstungsindustrie kontinuierlich weiterentwickelt werden. Zeitgleich zum Zulauf der Tranche 4 wird ein ‚Nationales Test- & Evaluierungszentrum Eurofighter‘ geschaffen, in dem Luftwaffe, Beschaffungs- und Zulassungsorganisation der Bundeswehr sowie Industrie direkt zusammenarbeiten werden. In diesem Zentrum wird die Luftwaffe auch erstmals unmittelbaren Zugriff auf die instrumentierten Eurofighter haben – ein Quantensprung insbesondere für die Weiterentwicklung taktischer Verfahren“, teilte die Luftwaffe mit.

Bob Fischer/VKT

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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