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Lufthansa Technik übergibt A350 „Konrad Adenauer“ an die Bundeswehr

Die Luftwaffe hat ihre erste A350 mit einer vollständigen Regierungskabine für die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung gestern in Hamburg übernommen. Der moderne Regierungsjet wird in Kürze seinen Dienst im Auftrag des Parlaments und der Regierung antreten.

17.11.2022

Am 16. November 2022 wurde die A350 mit dem Kennzeichen 10+01 auf der Lufthansa Technik Basis in Köln offiziell an die Bundeswehr übergeben. © Lufthansa Technik

Seit Ende März 2021 stand der Airbus A350-900 mit dem Kennzeichen 10+01 im Hangar der Lufthansa Technik in Hamburg. Von außen sah er damals schon aus wie ein Regierungsflugzeug, allerdings fehlte noch die Inneneinrichtung. Die hat die Lufthansa-Tochtergesellschaft in den vergangenen 19 Monaten installiert.

Airbus A350 10+01 „Konrad Adenauer“

Zur Übergabe der ersten A350 mit einer vollständigen Regierungskabine und zur offiziellen Taufe des Flugzeugs auf den Namen des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, waren hochrangige Vertreter aus Militär, Politik und Wirtschaft nach Hamburg gekommen, so unter anderem Siemtje Möller, Staatssekretärin im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) – die auch die Taufe vornahm – Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks, der Stellvertretende Inspekteur der Luftwaffe, Hubert Blahnik, der stellvertretende Abteilungsleiter Ausrüstung im BMVg, Generalmajor Thorsten Puschmann, der Vizepräsident des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, um nur einige zu nennen. Mit Konrad Paul Adenauer war auch ein Enkel des früheren Bundeskanzlers bei der Zeremonie anwesend.

Die Kabine der 10+01 „Konrad Adenauer“ verfügt über eine klare bauliche Trennung der verschiedenen Bereiche des Flugzeug-Innenraums. Konferenz- und Funktionsräume sind für Kanzler und Minister und andere hochrangige Fluggäste reserviert, während der Rest der Kabine für die mitfliegenden Delegationen zur Verfügung steht. Dort sind Sessel mit großzügigem Sitzabstand installiert. Die Kommunikationsausrüstung mit gesicherter Daten- und Sprachübertragung ermöglicht die Fortführung der Regierungsgeschäfte aus dem Flugzeug heraus.

Reichweite von über 9.700 nautischen Meilen

Die Reichweite ihrer A350 beziffert die Luftwaffe mit 9.720 nautischen Meilen (18.000 Kilometer). Das ermöglicht den Planern eine große Einsatzflexibilität. So können die A350 der Luftwaffe beispielsweise von Berlin nach Chicago und zurück fliegen, ohne zwischendurch auftanken zu müssen.

Sören Stark, der CEO (Hauptgeschäftsführer) der Lufthansa Technik AG, sagte bei der Zeremonie: „Feierliche Übergaben neuer Flugzeuge an die Bundeswehr sind in den vergangenen Jahren bereits eine schöne Tradition für Lufthansa Technik geworden. Trotzdem ist der heutige Tag wieder etwas Besonderes. Das heute getaufte Flugzeug ist nicht der erste von uns an die Bundeswehr übergebene Airbus A350, dennoch trägt er mit dem Kennzeichen 10+01 und dem geschichtsträchtigen Namen Konrad Adenauer alle Insignien eines neuen Flaggschiffs. Dieser großen Ehre trägt auch die von uns installierte neue Regierungskabine Rechnung, die mit modernster Technologie und hoher Funktionalität sowie Kosteneffizienz neue Maßstäbe setzt.“

Der Bundestag hatte im April 2019 die Mittel für die Beschaffung von drei A350-900 für die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung genehmigt. Das erste Flugzeug, die 10+03 „Kurt Schumacher“ wurde schon im Frühjahr 2020 ausgeliefert. Es wurde in nur drei Monaten mit einer Interimskabine ausgerüstet, um es schnell in Dienst stellen zu können. Die dritte A350 10+02 mit dem Taufnamen „Theodor Heuss“ wird derzeit in Hamburg als zweites Flugzeug mit einer Regierungskabine ausgerüstet. Wenn die 10+02 ausgeliefert ist, kehrt die „Kurt Schumacher“ wieder nach Hamburg zurück, wo die Interimskabine gegen eine vollwertige Regierungskabine ausgetauscht wird. Das Budget für die Beschaffung der Flugzeuge und deren Umbau zu Regierungsflugzeugen liegt bei rund 1,2 Milliarden Euro.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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