Die südkoreanische Rüstungsbeschaffungsbehörde DAPA (Defense Acquisition Program Administration) hat dem in Südkorea entwickelten Stealth Fighter KF-21 Boramae am 14. Juni 2026 die Zulassung erteilt. Damit ist der Weg frei für die ab Herbst angestrebten Auslieferungen der Serienflugzeuge an die Republic of Korea Air Force (RoKAF). Bei den südkoreanischen Streitkräften soll die KF-21 Boramae die Kampfflugzeuge der Typen F-4E Phantom II und die F-5E/F Tiger II ablösen. Da die letzten F-4 Phantom der RoKAF schon im Sommer 2024 ausgemustert wurden, erwartet die südkoreanische Luftwaffe die neuen Fighter mit einer gewissen Dringlichkeit.
In das Flugerprobungs- und Nachweis-Programm für die Zulassung waren sechs KF-21-Prototypen beziehungsweise Vorserienflugzeuge eingebunden. Das Programm startete mit dem Erstflug des ersten Prototyps am 20. Juli 2022 und endete vor wenigen Wochen. Als letzter Test fand eine so genannte „Combat Readiness Evaluation“, also eine Überprüfung der Einsatzfähigkeit des Musters im Mai statt. Der Hersteller Korea Aerospace Industries (KAI) fertigt das Flugzeug in einer ein- und zweisitzigen Version.
745 Anforderungspunkte erfüllt
Im Rahmen des Nachweisprogramms überprüfte die DAPA 745 Anforderungspunkte in 14 Bereichen. Ein Komitee der DAPA befand bei seiner finalen Übereinkunft, dass das Muster alle Anforderungen erfüllt habe und deshalb zertifiziert werden dürfe.
Südkorea hat insgesamt 120 KF-21 in Auftrag gegeben. 40 Exemplare des neuen Fighters werden in einer für den Luftkampf optimierten Version ausgeliefert, 80 werden auch die Fähigkeit erhalten, Luft-Boden- und Luft-Schiff-Angriffe auszuführen. Nach Angaben von KAI erreicht die KF-21 Boromae eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 1.81 und verfügt über eine Reichweite von 1.565 nautischen Meilen (2.900 Kilometer).
Volker K. Thomalla
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