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Airbus bereitet den A350F-Prototyp auf den Erstflug vor

Noch in diesem Monat soll der erste Airbus A350F in Toulouse zu seinem Erstflug starten. Der europäische Flugzeugbauer hat das spektakuläre Farbschema des ersten Prototyps, welches durch einen Wettbewerb gefunden wurde, nun am Flugzeug umgesetzt.

7.09.2026

Der Prototyp des Airbus A350F soll noch im September 2026 zum ersten Mal fliegen. © Airbus

Airbus hat Ende August das Roll-out des ersten Prototyp des neuen Großraum-Frachtflugzeugs A350F in Toulouse gefeiert. Das Flugzeug mit dem französischen Testkennzeichen F-WXLD und der Hersteller-Seriennummer MSN700 wurde in einem Lackierhangar auf dem Flughafen Toulouse-Blagnac mit einer Sonderlackierung versehen, die in den Jahren 2022 und 2023 im Rahmen eines Design-Wettbewerbs ausgesucht wurde.

Den Wettbewerb gewannen damals gleich zwei Einreichungen, da beide sich mit einer ähnlichen Idee beworben hatten, nämlich die erste A350F als Expressfracht-Paket zu lackieren. Cassian Koshorst, der Airbus Corporate Design Manager, der die Zusammenführung der beiden Einreichungen leitete, sagte: „Die Konzepte ähnelten sich zwar, konzentrierten sich aber auf leicht unterschiedliche Elemente, sodass sie sich perfekt ergänzten. Wir konnten Grafiken aus beiden Entwürfen – darunter Klebebänder, Aufkleber und Stempel – genau an den gewünschten Stellen am Flugzeug platzieren und sogar zusätzliche Details an den Frachttüren anbringen, um diese besonders hervorzuheben. Um die Realisierbarkeit dieses einzigartigen Farbschemas zu gewährleisten, war eine enge Zusammenarbeit mit dem Team der Lackiererei erforderlich; dieses ging die Aufgabe mit größtem Engagement und Enthusiasmus an, um sicherzustellen, dass jedes Detail perfekt umgesetzt wurde.“

Die Lackierung des A350F-Prototyps wurde durch einen öffentlich ausgeschriebenen Designwettbewerb im Jahr 2023 ermittelt. © Airbus

Um das Flugzeug zu lackieren, wurde der Lackierhangar auch angepasst. So wurde beispielsweise ein digitales System zur Kollisionsvermeidung zwischen Arbeitsbühnen und dem Flugzeug integriert, welches präzises 3D-Laser-Mapping nutzt, um die riesige automatische Lackierplattform um den Rumpf zu führen; dabei verlangsamen Sensoren die Bewegung bei der Annäherung an das Flugzeug automatisch und stoppen sie vollständig in einem Abstand von nur fünf Zentimetern zur Außenhaut!

Die Lackierung eines Verkehrsflugzeugs besteht aus verschiedenen Schichten, von denen der so genannte Primer, ein Korrosionsschutzlack, die erste Schicht bildet. 90 Prozent der A350F-Außenfläche bestehen aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff, die restlichen 10 Prozent aus Metall. Über den Primer wird eine mittlere Farbschicht aufgebracht, dann eine Basis-Schicht, die die Farbe enthält, die man sieht, und zuletzt ein Klarlackschicht beziehungsweise eine Folie. So kommen nach Angaben von Airbus bei einem Airbus A350 zwischen 400 und 500 Kilogramm an zusätzlichem Gewicht zustande.

Flugzeuglack ist extremen Bedingungen ausgesetzt

Bei Flugzeuglack handelt es sich um eine besondere Farbe, sie muss bei jedem Flug extreme Temperaturunterschiede verkraften, von über 40 Grad Celsius am Boden bis zu -55 Grad Celsius in Reiseflughöhe. Außerdem muss der Lack besonders UV-beständig sein und resistent gegen Regen und Hagel, die mit hoher Geschwindigkeit im Flug auf das Flugzeug treffen.

Die Gewinner des Design-Wettbewerbs zeigten sich, nachdem sie das fertige Flugzeug zum ersten Mal sahen, beeindruckt. Der irische Designer John Feehan, der einen der beiden Sieger-Entwürfe eingereicht hatte, sagte: „Wenn ich auf meine erste Skizze zurückblicke und die vollendete, brillante Realität sehe, erscheint das kaum glaubhaft. Doch Airbus hat es möglich gemacht – und darüber hinaus das Ganze in einem fantastischen Frachtpaket geliefert.“

Airbus hat die erste A350F nach dem Abschluss der aufwendigen Lackierarbeiten Ende August 2026 aus dem Hangar gezogen. © Airbus

Quinnten Iversen aus Calgary in Kanada, der zusammen mit seinem Bruder Ellisten Iversen, den zweiten Siegerentwurf entwickelt hatte, äußerte sich ähnlich: „Ich bin unglaublich stolz darauf, zu sehen, wie das Design Wirklichkeit wird. Es schließt sich ein Kreis für die Leidenschaft für die Luftfahrt, die ich schon lange mit meinem jüngeren Bruder teile. Zu wissen, dass meine Begeisterung und mein Interesse an der Luftfahrt zu einem für die Branche revolutionären Flugzeug beigetragen haben, ist ein ganz besonderer Moment.“

Das Programm wurde schon 2021 gelauncht

Airbus hatte die A350F als dritte Version der A350 XWB-Familie im November 2021 gelauncht. Zur Paris Air Show 2023 hatte der Hersteller bekanntgegeben, dass die Nutzlast des neuen Frachters im Zuge der Entwicklung von zunächst geplanten 109 Tonnen auf 111 Tonnen gesteigert werden konnte. Der Großraumfrachter wird eine Reichweite von 4.550 nautischen Meilen (8.426 Kilometer) aufweisen.

Airbus strebt den Erstflug der ersten A350F noch für diesen Monat an. Zwei Flugzeuge – MSN700 und MSN701 – werden die Flugerprobung und die Nachweisflüge für die Zulassung absolvieren. Der Hersteller rechnet mit einer Dauer von neun Monaten für die Testflüge, so dass die Zulassung durch die EASA (Agentur für Flugsicherheit der Europäischen Union) im zweiten Quartal 2027 erfolgen könnten. Die Übergabe der ersten A350F an den Launch Customer CMA CGM soll im zweiten Halbjahr 2027 erfolgen. Airbus liegen derzeit 107 feste Bestellungen für die A350F vor.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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