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Dassault Aviation hat mit der Montage der ersten Falcon 6X begonnen

Dassault Aviation beginnt in Kürze mit der Endmontage der ersten Falcon 6X. Der Hersteller hat die ersten großen Baugruppen bereits montiert und wird sie zur Endmontage nach Bordeaux-Mérignac verschiffen. Auch die Tests mit dem PW812D-Triebwerk für den neuen Jets laufen auf Kurs.

22.10.2019

Dassault hat den Rumpf der ersten Falcon 6X zusammengefügt. © Dassault Aviation

Das Business Jet-Programm Falcon 6X läuft nach Plan, berichtete Eric Trappier, der Vorsitzende und Hauptgeschäftsführer (CEO) des französische Aerospace-Konzern Dassault Aviation, gestern auf der Geschäftsluftfahrtmesse NBAA-BACE in Las Vegas. Nachdem im Frühjahr dieses Jahres die grundlegende Entwurfsüberprüfung (Critical Design Review/CDR) erfolgreich abgeschlossen war, hat das Unternehmen an den verschiedenen Standorten mit der Fertigung der Teile für den neuen, zweistrahligen Jet begonnen.

Dassault Aviation setzt bei der Flügelproduktion der Falcon 6X in Martignas bei Bordeaux weitgehend automatisierte Fertigungsverfahren ein. © A. Daste/Dassault Aviation

„Wir sind von der Entwicklungsphase in die Industrialisierungsphase übergegangen“, sagte Carlos Brana, Executive Vice President Civil Aircraft bei Dassault Aviation, in Las Vegas. In Dassault-Werk in Biarritz im äußersten Südwesten Frankreichs haben die Techniker die Hecksektion (T5) der ersten Falcon 6X montiert, in Argenteuil wurde die erste Rumpfsektion montiert, und im Werk Martignas bei Bordeaux hat Dassault mit der Produktion. des ersten Flügelpaares für den neuen Jet begonnen. Dabei setzte der Hersteller auf einen weitgehend automatisierten Prozess, bei dem Roboter beispielsweise die Löcher für die Niete bohren und die Niete auch selbst setzen. Dieses Verfahren nutzt Dassault bereits schon bei seinen anderen Business Jets und auch bei der Produktion der Flügel seines Kampfflugzeugs Rafale. Die Endmontage der Falcon 6X findet im Dassault-Werk am Flughafen Bordeaux-Mérignac statt.

Flugerprobung an einer Boeing 747SP

Dassault Aviation hat als Antrieb für seinen neuen Business Jet das PW812D von Pratt & Whitney Canada gewählt. Die Tests mit diesem Turbofan liefen nach Plan, sagte Carlos Brana. Bislang seien fünf Testexemplare sowie das erste Serienexemplar dieser Triebwerksversion gebaut worden. Zusammen hätten sie über 1.200 Betriebsstunden am Boden und in der Luft gesammelt. Pratt & Whitney Canada hatte vor einem Jahr die Flugerprobung der neuen PW800-Version an seinem fliegenden Prüfstand, einer modifizierten Boeing 747SP, aufgenommen.

Das PW812D ist ein weitgehend risikoloses Programm für den Hersteller, da das PW800-Triebwerk bereits an der Gulfstream G500 und G600 zugelassen ist und Tausende von Betriebsstunden gesammelt hat.

Auch die angestrebte Leistungsdaten der Falcon 6X sind unverändert: Die maximale Geschwindigkeit der Falcon 6X wird bei Mach 0.90 liegen, die Reichweite von 5.500 nautischen Meilen (10.186 Kilometer) wird bei einer Geschwindigkeit von Mach 0.80 erreicht. Bei einer Cruise Speed von Mach 0.85 überbrückt die Falcon 6X immerhin noch 5.100 nautische Meilen (9.445 Kilometer) nonstop. Der Erstflug der Falcon 6X soll wie zum Start des Programms geplant, 2021 erfolgen, die ersten Auslieferungen erfolgen nach der Zulassung im Jahr 2022, bestätige Eric Trappier in Las Vegas.

Dassault Aviation zeigt in Las Vegas neben einer Falcon 2000S auch sein derzeitiges Flaggschiff, die Falcon 8X sowie eine Falcon 900LX. Alle drei Flugzeuge wurden für ihre Flüge zur Messe mit einer Mischung aus Biofuel und konventionellem Jet-Treibstoff betankt.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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