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Der Piero Jet III will neue Maßstäbe für Leichtjets setzen

Ein Flugzeug, welches mit heute verfügbaren Technologien einen deutlichen Effizienz- und Leistungssprung bietet, war das Ziel eines Teams um den Moving-Terrain-Gründer Stefan Unzicker. Mit dem Piero Jet III hat er ein Projekt erarbeitet, welches bemerkenswerte Leistungen verspricht.

5.08.2026

Beim Piero Jet III hat das Team um Stefan Unzicker die Effizienz des Fluggeräts und den Komfort der Insassen in den Vordergrund gerückt. © Piero Jet

Stefan Unzicker, der Initiator und geistige Vater des Leichtjet-Projekts Piero Jet III betont im Gespräch mit AeroBuzz, dass sich das Projekt noch in der Pre-Development-Phase befinde. Aber das Projekt ist dennoch bereits gut ausgearbeitet.

Mit dem Piero Jet III will das Team um Stefan Unzicker ein Geschäftsreiseflugzeug entwickeln, welches mit den heute verfügbaren Technologien neue Maßstäbe in Bezug auf Effizienz setzt. Der Piero Jet II soll beispielsweise besonders leicht sein. Seine maximale Startmasse (MTOM) beziffert Unzicker mit 4.200 Kilogramm. Trotzdem soll das von zwei Turbofan-Triebwerken angetriebene Flugzeug seinen Nutzern eine Reichweite von 3.000 nautischen Meilen (5.556 Kilometer) bieten. Um die Passagiere möglichst nah an ihre endgültige Destination zu bringen, ist es unabdingbar, dass der Piero Jet III möglichst viele Flugplätze nutzen kann. Also wird er in der Lage sein, auch von unbefestigten und kurzen Pisten zu operieren. Als Startstrecke hat das Team rund 800 Meter errechnet.

Der Piero Jet III fällt in die Klasse der VLJ

Stefan Unzicker sagte: „Jedes heutige Flugzeug mit einer Reichweite von 3.000 nautischen Meilen ist mindestens ein Midsize Business Jet mit einer Startmasse von 12 bis 20 Tonnen. Der Piero Jet III ist ein VLJ und deutlich kompakter als alles andere, was heute 3.000 nautische Meilen weit fliegen kann.“

Die Tragflächen des Piero Jet III weisen eine hohe Streckung auf, und der Rumpf ist aerodynamisch optimal ausgelegt. © Piero Jet

Das Geheimnis des Piero Jet III ist ein ganzheitlicher Ansatz, den das Projektteam verfolgt hat. Es gibt nicht ein einziges Game-Changing-Element, sondern eine große Zahl gekoppelter Eigenschaften, die alle zusammenwirken, damit das Flugzeug diese hohe Effizienz erreicht. Einer der Faktoren ist selbstredend die aerodynamische Auslegung des Flugzeugs, welches zwei Piloten und bis zu sechs Passagiere transportieren kann. Im Gegensatz zu allen anderen heutige Geschäftsreisejets wird der Rumpf des Piero Jet III keine Röhrenform erhalten, sondern eher eine Form, die an einen Delfin erinnert. Das Team hat sich bei der Formgebung die Natur zum Vorbild genommen und sie durch Berechnungen und Simulationen optimiert. „Uns ist klar, dass wir das Flugzeug deswegen nicht strecken können, aber das Konzept ist skalierbar“, sagt Unzicker. Deshalb wählte er auch die Bezeichnung Piero Jet III, um zu zeigen, dass sowohl kleinere als auch größere Versionen des Musters möglich sind.

Der Piero Jet III ist als Schulterdecker ausgelegt. Dadurch können die Tragflächen aerodynamisch quasi ohne Kompromisse optimiert werden. Sie weisen eine hohe Streckung auf und sind relativ dünn. Den Treibstoff wird das Flugzeug im Rumpfheck hinter der Kabine aufnehmen. Er wird nah am Schwerpunkt liegen.

Große, effiziente Flughöhen sind die Region, in denen sich der Piero Jet III wohlfühlt. Er kann aber auch auf kurzen und unpräparierten Pisten starten und landen. © Piero Jet

Das Team hat das Muster so entworfen, dass es schnell und hoch fliegen wird. In großer Höhe fliegen Flugzeuge aufgrund der geringeren Luftdichte effizienter. Die Piero-Jet-III-Konstrukteure streben für den Piero Jet III eine Reiseflughöhe von FL 500 an.

Die Kabine ist verhältnismäßig kurz, aber mit einer Kabinenbreite und Kabinenhöhe von je 170 Zentimetern deutlich größer als die Kabinen anderer Leichtjets. Die kurze Kabine ist aerodynamisch vorteilhaft, da sie eine geringe äußere Oberfläche aufweist, was wiederum der Aerodynamik des Flugzeugs zu Gute kommt.

Das Logo der Initiative, die den Piero Jet III entwickelt hat. © Piero Jet

In Bezug auf die Abmessungen unterscheidet sich der Piero Jet III nicht sehr stark von heutigen Leichtjets. Er soll eine Länge von 12,80 Meter erreichen und von zwei PW617-F-Turbofans von Pratt & Whitney Canada angetrieben werden. Damit ist er guter Gesellschaft, denn diese Antriebe treiben auch die Embraer Phenom 100 an. Aber aufgrund der Auslegung soll der Piero Jet III deutlich bessere Flugleistungen bieten.

Der Piero Jet III wird nach heutiger Planung von zwei Triebwerken von Pratt & Whitney Canada angetrieben. © Piero Jet

Das Piero Jet III-Projekt profitiert von der langjährigen Luftfahrt- und Engineering-Erfahrung von Stefan Unzicker. Er hat an den Universitäten von München und Toronto studiert und unter anderem Windkanalforschungen getätigt. Er hat als Flight Performance Engineer und Flight Test Engineer am Dornier Seastar gearbeitet, er hat die aerodynamische Auslegung des Zeppelin NT und das Fly-by-wire-Steuerungssystem verantwortet und mit der Moving Terrain AG innovative Cockpit-Technologien entwickelt und zur Marktreife geführt.

Hinter Stefan Unzicker steht ein Investor, der das Projekt begleitet und unterstützt. Sie haben zusammen die Ergebnisse der Arbeit des Piero-Jet-III-Teams in einem Buch zusammengefasst, mit dem sie sich nun an potenzielle Hersteller gewandt haben. Mehrere Patente schützen das Projekt.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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