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ZeroAvia-Piper bei Landeunfall schwer beschädigt

Das Wasserstoff-angetriebene Experimentalflugzeug von ZeroAvia ist bei einem Unfall im britischen Cranfield stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Verletzte hat es bei dem Zwischenfall aber nicht gegeben, und der Wasserstoff-Tank blieb ebenfalls intakt.

3.05.2021

Dieser Screenshot aus einem Video von ZeroAvia zeigt den Augenblick des Abhebens des ersten Fluges der Piper mit Brennstoffzellen-Antrieb. © ZeroAvia

Am 29. April wurde die mit einem Wasserstoff-Antrieb modifizierte Piper PA-46 des kalifornischen Start-up-Unternehmens ZeroAvia bei einem Landeunfall im britischen Cranfield schwer beschädigt. Nach Angaben des Unternehmens wurde der Flug als ZeroAvia Test 86 durchgeführt und flog in der Platzrunde. „Das Flugzeug landete normal auf den Rädern in einem flachen Grasfeld und kam fast zum Stehen, wurde aber beschädigt, als es mit dem linken Hauptfahrwerk und der Tragfläche im unebenen Gelände am Ende des Feldes bei niedriger Geschwindigkeit hängen blieb. Alle Beteiligten sind sicher und ohne Verletzungen geblieben“, teilte ZeroAvia mit.

Fotos der Feuerwehr zeigen allerdings ein schwer beschädigtes Flugzeug: Die linke Tragfläche ist komplett vom Rumpf abgerissen, die Cowling auf der linken Seite eingedrückt, und das Höhenleitwerk auf der linken Seite weist ebenfalls deutliche strukturelle Schäden auf. Es ist fraglich, ob das Flugzeug angesichts dieser Beschädigungen mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand wieder aufgebaut werden kann.

Brennstoffzelle als Austauschtriebwerk

Seit dem 25. September 2020 testet ZeroAvia die PA-46 mit einem Brennstoffzellen-Antrieb. Schon vor Ende des vergangenen Jahres hatte die Firma einen 250 bis 300 nautische Meilen langen Flug zu den Orkney-Inseln geplant. Dieser Flug hat aber bislang noch nicht stattgefunden. Das Unternehmen will sein System schon ab 2022 als Austauschantrieb für bereits bestehende Flugzeuge anbieten. Es will den Kunden die Triebwerke aber nicht verkaufen, sondern sie im Rahmen eines Power-by-the-hour-Modells verleasen.

ZeroAvia schrieb weiter: „Die strukturelle Integrität der ZeroAvia-Systeme wurde während des gesamten Vorfalls erhalten und es gab keinen unbeabsichtigten Wasserstoff-Austritt oder elektrische u; nach der Landung war die Besatzung in der Lage, die Batterie zu sichern und den Wasserstoff sicher aus den Bordtanks freizusetzen, wobei das ZeroAvia-Sicherheitsprotokoll befolgt wurde; zu diesem Zeitpunkt wurden keine Flüssigkeitslecks beobachtet; und vollständige Datenprotokolle wurden aufbewahrt und werden in unserer Untersuchung verwendet.“

Erst am 31. März hatte ZeroAvia das Projekt eines 50-sitzigen Regionalverkehrsflugzeugs mit Wasserstoff-Antrieb vorgestellt und dafür fast 25 Millionen US-Dollar Entwicklungsgelder von Investoren eingesammelt. Das Projekt sei aber von dem Zwischenfall nicht betroffen, so die Firma. „Dieser Vorfall und die anschließende Untersuchung werden zweifelsohne unser sechssitziges HyFlyer-Demonstrationsprogramm stören, das in den folgenden Wochen auslaufen sollte. Wir erwarten jedoch keine negativen Auswirkungen auf unser kommerzielles HyFlyer-2-Programm, das auf Flugzeuge mit 10 bis 20 Sitzen abzielt, oder auf unser Entwicklungsprogramm für Großtriebwerke, das auf Flugzeuge mit 50 und mehr Sitzen abzielt“, teilte sie mit.

Volker K. Thomalla

 

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