Homepage » General Aviation » Diamond baut die DA50 mit SMA-Diesel

Diamond baut die DA50 mit SMA-Diesel

Diamond Aircraft wird seine Top-of-the-line-Single DA50 mit einem Motor des französischen Herstellers SMA auf den Markt bringen, kündigte Diamond-Chef Christian Dries auf der AERO an.

10.04.2017

Diamonds DA50 geht jetzt unter anderem mit einem Safran-Motor an den Start. © V. K. Thomalla

Diamond Aircraft aus Wiener Neustadt ist auf der AERO in Friedrichshafen immer für eine Neuheit gut. In diesem Jahr präsentierte Diamond-Chef Christian Dries gleich ein paar Neuheiten, von denen mehrere die DA50 betrafen. Das Flugzeug ist die größte Single im Portfolio des Herstellers. An ihr arbeitet Diamond schon länger. Die DA50 wurde nun in einer neuen Version und mit einer klaren Produktstrategie vorgestellt.

Die Einmot soll mit mehreren Motorvarianten angeboten werden. Sie ist für den US-Markt optimiert worden. Christian Dries kündigte an, das Flugzeug künftig auch mit einem SR305-230-Vierzylinder von SMA (Safran Aircraft Engines) anzubieten. Die große Einmot soll „spätestens im ersten Quartal 2018“ zugelassen werden, kündigte Dries in Friedrichshafen an. Man habe den Safran SR305-230 über ein Jahr lang in aller Stille getestet. Nachdem bei den ersten Erprobungsflügen der Treibstoff aufgrund eines Fehlers im Treibstoffsystems auf 90 Grad Celsius erhitzt habe, hatte sich Diamond Aircraft entschlossen, ein eigenes Treibstoffsystem für den Motor zu konstruieren und zu bauen. Dies funktioniere einwandfrei und ohne Beanstandungen.

Vibrationen sind kein Problem mehr

Auch habe der Motor nun ein Vibrationsniveau erreicht, bei dem man ein Glas Wasser auf die Instrumentenbrettabdeckung stellen könne, ohne dass auch nur ein Tropfen Wasser verschüttet würde, so Dries auf der AERO.

Das Flugzeug soll mit einem Festfahrwerk eine Reisegeschwindigkeit zwischen 175 und 180 Knoten erreichen. Die Ingenieure haben dem Flugzeug ein komplett neues Klappensystem verabreicht, erklärte Dries in Friedrichshafen. Die DA50 verfügt nun über ein doppelt geschlitztes Fowler-System, das einerseits für niedrige Anflug- und Landegeschwindigkeiten sorgt, andererseits aber auch ein flottes Vorankommen im Reiseflug ermöglicht. Die Zelle des Flugzeugs wurde bei Diamond Aircraft auch Crawltest unterzogen. „Nach meinem Kenntnisstand sind wir der einzige Flugzeughersteller, der diese Tests durchführt“, sagte Dries.

DA50 mit Sechszylinder und Turboprop

Von der DA50 soll es eine Trainerversion geben, die 200 Liter Treibstoff in Tanks in den Flügelholmen mitnehmen kann, während der geplante Reise-Fünfsitzer den Treibstoff in Flügeltanks transportiert, die bis zu 400 Liter aufnehmen sollen. Spätere Versionen der DA50 sollen sowohl mit dem Sechszylinder-SMA-Motor als auch mit einem Lycoming-Motor angeboten werden. Als Krönung der DA50-Familie soll es auch eine Version des Flugzeugs mit einer Motor-Sich-Turbine aus der Ukraine geben.

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.