Homepage » General Aviation » Electra Ultra Short landet auf Heliport in Manhattan

Direct Aviation ist ein neues Mobilitätskonzept, bei dem Flächenflugzeuge mit extremen Kurzstart- und -landeeigenschaften Passagiere oder Fracht nahe an ihrer Destination absetzen oder aufnehmen. Electra.aero hat jetzt erneut gezeigt, dass die von dem Unternehmen entwickelten Flugzeuge dafür bestehende Infrastruktur nutzen können.

29.10.2026

Electra.aero hat mit einer Landung und einem Start auf dem Downtown Skyport in Manhattan demonstriert, dass sein Flugzeug auch auf Heliports landen kann. © Electra.aero

Das Unternehmen Electra.aero, Inc. will mit Direct Aviation eine neue Form der luftgestützten Mobilität etablieren. Dabei sollen die Nutzer so nah wie möglich an ihre Destination gebracht werden. Electra will dazu aber keine komplett neue Infrastruktur aufbauen, sondern mit neunsitzigen Flugzeugen wie der von dem Unternehmen entwickelten EL9 Ultra Short bestehende Heliports, Parkplätze oder Sportstätten als Start- und Landeplatz nutzen.

Der EL9 Ultra Short reichen nach Berechnungen des Herstellers aus Manassas im US-Bundesstaat Virginia 100 Meter freie Strecke für den Start aus. Das hybrid-elektrisch angetriebene Flugzeug verfügt über angeblasene Tragflächen und große Landeklappen, mit denen solche extrem kurzen Startstrecken möglich sind.

Electra hat in den vergangenen Wochen bereits verschiedene Heliports angeflogen und auf ihnen demonstriert, dass Landungen und Starts dort problemlos möglich sind. Nun hat der Technologie-Demonstrator des Unternehmens, die EL-2, seine Kurzstart-Fähigkeiten auch auf dem Downtown Skyport an der Südspitze des New Yorker Stadtteils Manhattan unter Beweis gestellt. Electra nennt die derzeitige Demotour „Life Beyond Runways“.

Historischer Moment auf dem Downtown Heliport

Das Flugzeug ist nach Angaben des Herstellers das erste Flächenflugzeug ohne Senkrechtstart-Eigenschaften, welches jemals auf diesem Heliport gelandet ist. Marc Allen, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Electra, sagte: „Heute haben wir im Zentrum Manhattans Luftfahrtgeschichte geschrieben, indem wir ein Flächenflugzeug auf einem Hubschrauberlandeplatz gelandet haben. Diese Fähigkeit wird die Art und Weise, wie Menschen in unserem Land reisen, grundlegend verändern, da sie es ermöglicht, schneller und einfacher ans Ziel zu gelangen. Besonders bemerkenswert ist, dass wir dafür keine neue Start- und Landebahn bauen mussten. Wir haben mit Partnern zusammengearbeitet, die in der bestehenden Infrastruktur neue Möglichkeiten erkennen. Solche Orte gibt es im ganzen Land. Kommunen und Luftfahrtbetreiber beginnen zu begreifen, welches Potenzial in ihnen steckt. So nimmt das Konzept der Direct Aviation Gestalt an: nicht, indem man von den Menschen verlangt, längere Wege zurückzulegen oder länger auf einen Flug zu warten, sondern indem man den Flugverkehr dorthin bringt, wo die Menschen leben, arbeiten und hinreisen möchten.“

Electra.aero hat das Marktpotenzial für solche Flüge untersucht und sieht eine mögliche Zeitersparnis von 3 Stunden und 45 Minuten bei Flügen zwischen New York und Boston im Vergleich zu Linienflügen sowie eine Ersparnis von 3 Stunden 30 Minuten für Flüge von New York City nach Washington, D.C.

Täglich würden in den USA rund 35 Millionen Reisen mit Autos mit einer Streckenlänge von 80 bis 800 Kilometern unternommen. Direct Aviation können einen Großteil dieser Reisen übernehmen und sie deutlich beschleunigen.

Electra sieht aber nicht nur zivile Anwendungen für seine Flugzeuge. Auch die Streitkräfte könnten von den Eigenschaften der Ultra Short profitieren, das sie Fracht und Soldaten schneller an Brennpunkte bringen können als konventionelle Transportflugzeuge.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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