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Luftkrankheit? Pikosch beseitigt das Malheur

Jeder Pilot hat die Situation schon einmal erlebt, dass sich ein Passagier nicht wohl fühlt. Wenn es ganz schlecht läuft, muss der Flug abgebrochen und das Flugzeug anschließend gereinigt werden. Die Geruchsbelästigung ist nicht nur unangenehm, sondern kann sogar zu einer Gefahr werden. Dagegen gibt es jetzt ein Mittel.

7.04.2017

Flugretter: Pikosch ist eine wirksame Soforthilfe, wenn einem Passagier ein Flug nicht bekommen ist. Es saugt Flüssigkeiten auf und beseitigt Gerüche. © Volker K. Thomalla

Für viele Menschen ist das Fliegen ein Traum, für einige wenige ist es ein Albtraum. Schade nur, wenn man als Pilot Angehörige der letzteren Gruppe an Bord hat. Anspannung, unruhiges Wetter, ungewohnte Fluglagen: Auslöser für Übelkeit gibt es in der Luftfahrt mehr als genug. Gerade bei Flügen mit Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt und des Luftsports passiert es immer wieder, dass Fluggästen schlecht wird. Dabei kommt es auch vor, dass sich die Betroffenen übergeben müssen. Diese Situation ist für alle ärgerlich, wenn kein Beutel zur Hand war und anschließend das Flugzeug gereinigt werden muss. Der Geruch von Erbrochenem löst bei anderen Insassen ebenfalls Übelkeit aus, der Pilot kann sich im schlimmsten Fall nicht mehr auf den Flug konzentrieren. Passiert ein solches Malheur bei einem Flugtag oder einem Flugplatzfest, kann man das Flugzeug aufgrund der Geruchssituation für den Rest des Tages nicht mehr einsetzen.

Super-Absorber bindet auch Gerüche

Die Firma R. Eisenschmidt GmbH aus Egelsbach hat auf der AERO in Friedrichshafen eine Lösung vorgestellt. Sie vertreibt ein Pulver mit dem Namen Pikosch. „Das Mittel ist ein Super-Absorber, der auch Ammoniakverbindungen aufnimmt und somit Gerüche bindet“, erklärte Thomas Neubauer, Produktverantwortlicher bei Eisenschmidt im Gespräch mit Aerobuzz.de. Das Pulver nimmt in wenigen Sekunden ein Vielfaches seines Volumens auf und verwandelt die absorbierte Flüssigkeit in ein körniges Gel. Das kann leicht aufgenommen und entsorgt werden. Bei Flugzeugen, in denen regelmäßig Passagiere ohne Flugerfahrung mitfliegen, sollte Pikosch auf die „Minimum Equipment List“ gesetzt werden.

„Es ist aber kein Reinigungsmittel“, erklärt Neubauer. Bei einer Demonstration (mit Wasser) zeigt er, welche geringe Menge Pulver ausreicht, um einen ganzen Becher Wasser zu binden (siehe Foto). Pikosch schadet Oberflächen nicht, selbst Leder, Teppich oder Textil greift es nicht an. Entsorgt wird es über den Hausmüll. Es gibt ein Sicherheitsdatenblatt für das Pulver, auf dem aber keine Einschränkungen für den Gebrauch eingetragen sind. Es ist ganz leicht parfümiert, enthält aber keine allergieauslösenden Stoffe, keine Farbstoffe und keine Desinfektionsmittel. Eisenschmidt ist der Exklusivvertriebspartner für Pikosch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zwei Beutel kosten weniger als zehn Euro.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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