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Airbus Helicopters lieferte 2022 wieder mehr Hubschrauber aus

Airbus Helicopters hat 2022 mehr Aufträge eingenommen als neue Hubschrauber ausgeliefert. Damit vergrößert sich der Auftragsbestand des Herstellers. Die Zahl der ausgelieferten Helikopter lag höher als in den beiden Vorjahren.

25.01.2023

Airbus Helicopters hat 2022 neue Bestellungen für zwölf H160 erhalten. © Airbus Helicopters/Anthony Pecchi

Der Hubschrauber-Hersteller Airbus Helicopters hat 2022 mit 344 Einheiten sechs Hubschrauber mehr ausgeliefert als im Jahr davor. 2020 waren es nur 300 Hubschrauber gewesen, der Aufwärtstrend bei den Auslieferungen hat sich also verstetigt. Der Marktanteil bei zivilen Hubschraubern mit Turbinenantrieb und mit mehr als fünf Sitzen lag auch 2022 unverändert gegenüber dem Vorjahr bei 52 Prozent.

Beim Auftragseingang erreichte der Hersteller 2022 aber nicht die Zahlen von 2021. Seinerzeit hatte Airbus Helicopters 414 Netto-Aufträge im Laufe des Jahres verbuchen können. 2022 sank die Zahl der Netto-Aufträge auf 362. Ohne die im Laufe des Jahres ausgesprochenen Stornierungen von Aufträgen hätte Airbus 374 Aufträge verbuchen können. Die Aufträge teilen sich auf in 161 H125, 55 H130, 41 H135, 83 H145, 12 H160, 8 H175 und 14 Super Puma.

Trotz des Auftragsrückgangs bleibt das Book-to-Bill-Verhältnis mit über 1 positiv, das heißt, es wurden mehr Aufträge akquiriert als neue Hubschrauber ausgeliefert. Der Auftragsbestand ist also im Laufe des Jahrs 2022 gewachsen. Wenn das Book-to-Bill-Verhältnis unter 1 sinkt, schmilzt der Auftragsbestand ab.

Positives Book-to-Bill-Verhältnis

Bruno Even, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Airbus Helicopters, sagte bei der Präsentation der Zahlen heute: „2022 war ein Jahr, in dem Airbus Helicopters seinen Aufschwung gefestigt hat, und das vor dem Hintergrund der Instabilität durch den Krieg in der Ukraine und einer fragilen Lieferkette. Ich möchte mich bei unseren Kunden für ihr anhaltendes Vertrauen in Airbus Helicopters bedanken. Unsere Teams werden weiterhin hart daran arbeiten, ihre Anforderungen zu erfüllen und unsere Verpflichtungen im Jahr 2023 einzuhalten. Unsere Aufträge kamen von 203 Kunden aus 48 Ländern, was die Bedeutung unseres globalen Netzwerks unterstreicht und zeigt, dass Hubschrauber in unsicheren Zeiten wichtiger denn je sind.“

Wichtige Programm-Meilensteine für den multinationalen Hersteller waren die Auslieferung der ersten Executive-Version der H160, der ACH160, an eine Kunden sowie die Übernahme der ersten H160 für die französische Marine für SAR-Missionen.

Die Schweizer Luftrettungsorganisation Rega hat im Dezember 2022 zwölf weitere H145-D3 bei Airbus Helicopters bestellt. © Airbus Helicopters

Bruno Even sagte weiter: „Es überrascht nicht, dass Sicherheit derzeit für viele Länder die höchste Priorität hat. Dies spiegelt sich in unserem Auftragsbuch mit einem wichtigen Vertrag über 27 H125 mit unserem langjährigen Partner, den brasilianischen Streitkräften, wider. Wir haben eine umfangreiche Modernisierung des Tiger-Kampfhubschraubers für die französische und die spanische Armee auf den Weg gebracht, und wir kommen auch mit der Konstruktion der Montagelinie für den H175M in Broughton voran, falls wir die Kampagne für den neuen mittelschweren Hubschrauber im Vereinigten Königreich gewinnen.“

Airbus Helicopters macht auch Fortschritte bei seinem Bemühen um eine Dekarbonisierung der Luftfahrt. Dabei verfolgt das Unternehmen eine Drei-Säulen-Strategie, die sich auf die Elemente SAF, Hybridantriebe und Elektrifizierung abstützt. Even nannte als Beispiel die Vorstellung und den Erstflug der Technologieplattform DisruptiveLab, mit der Airbus neue Technologien erproben wird, die die CO2-Emissionen von Helikoptern um bis zu 50 Prozent senken können.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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