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Airbus beginnt mit der Montage der ersten Eco-Wing-Tragfläche

In internationaler Zusammenarbeit erforscht Airbus, wie der Tragflügel einer künftigen Flugzeuggeneration aussehen kann. Ein erstes von insgesamt drei geplanten Exemplaren wird nun in Großbritannien endmontiert.

26.09.2021

Die erste Oberseite der eco-Wing-Tragfläche wurde beim National Composite Center in Bristol hergestellt. © Airbus

Die Tragflächen eines Flugzeugs nehmen eine Schlüsselstellung ein, wenn es um die Leistungsfähigkeit und die Effizienz eines Fluggeräts geht. Im Rahmen des Airbus-Forschungsprogramms „Wing of Tomorrow“ (Flügel von morgen) hat der Hersteller nun einen wichtigen Programm-Meilenstein erreicht und mit der Montage des ersten Prototyps begonnen.

Die voll integrierte Tragflächen-Oberseite wurde vom britischen National Composite Centre in Bristol gefertigt. GKN Aerospace liefert die Flügelhinterkante. Die Komponenten werden von den Zulieferern an das Advanced Manufacturing Research Centre von Airbus in Bristol geliefert, wo sie zusammengebaut werden.

Effizienz in der Produktion und im Flugbetrieb

Im Rahmen des Programms werden nicht nur die neuesten Verbundwerkstoffe und neuen Technologien in der Aerodynamik und Flügelarchitektur getestet, sondern es wird auch untersucht, wie die Herstellung und Industrialisierung von Tragflächen verbessert werden kann, um die künftige Nachfrage zu befriedigen, wenn die Luftfahrt die Pandemie wieder überwunden hat.

Airbus wird drei Prototypen des Eco-Wings in Originalgröße herstellen: Ein Prototyp dient dazu, die Systemintegration zu verstehen; ein zweiter wird strukturell getestet, um ihn mit den Ergebnissen der Simulation von Computermodellen zu vergleichen, während ein dritter endmontiert wird, um den möglichen Hochlauf der Produktion zu testen und mit industriellen Modellen zu vergleichen.

Zu den Technologien, die Airbus im Wing of Tomorrow-Forschungsprogramm testet, gehören die aktive Kontrolle des Flügels, Böensensoren, neuartige Spoiler sowie eine adaptive Flügelstruktur, die sich den jeweiligen Flugsituationen optimal anpasst. Ein Teil des Forschungsprogramms finanziert das britische Aerospace Technology Institute.

Sabine Klauke, Technik-Vorstand (Chief Technical Officer) von Airbus, sagte: „Wing of Tomorrow ist ein wichtiger Teil unseres Forschungs- und Technologie-Portfolios und wird uns helfen, die industrielle Machbarkeit der künftigen Flügelproduktion zu bewerten. Die hochleistungsfähige Flügeltechnologie ist eine von mehreren Lösungen – neben nachhaltigen Flugkraftstoffen und Wasserstoff –, die wir umsetzen können, um zur angestrebten Dekarbonisierung der Luftfahrt beizutragen. Wing of Tomorrow ist auch ein Beispiel dafür, wie eine groß angelegte Zusammenarbeit in der Industrie entscheidend sein wird, um die Agenda unseres Sektors für eine nachhaltigere Zukunft zu verwirklichen.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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