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Das DLR hat eine weitere Do 228 als Forschungsflugzeug übernommen

Emissionsfreies Fliegen mit Wasserstoff ist eines der Ziele, welches das DLR und seine Projektpartner mit dem neuesten Forschungsflugzeug des Typs Do 228 des DLR verfolgen. Zwar rechnen die Projektbeteiligten nicht mit einem Erstflug des Flugzeugs mit dem neuen Antrieb nicht vor Mitte dieser Dekade, aber schon vorher soll der Testträger Systemkomponenten im Flug testen.

25.11.2021

General Atomics AeroTec Systems hat die Do 228 für das DLR grundüberholt. © DLR

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in Oberpfaffenhofen ein neues Forschungsflugzeug vom Typ Do 228 übernommen. Das zweimotorige Turboprop-Flugzeug war zuvor von General Atomics AeroTec Systems (GA-ATS) grundüberholt worden. Mit dem neuen Flugzeug verfügt das DLR nun über eine Plattform, mit der es künftige Antriebskonzepte für Regionalflugzeuge erproben kann. 

Do 228 D-CEFD des DLR

Zusammen mit der MTU Aero Engines AG arbeitet das DLR an einem Forschungsprojekt, bei dem eines der beiden Turboprop-Triebwerke der Do 228 gegen einen Elektromotor ausgetauscht wird, der wiederum seine Energie von einer Brennstoffzelle bezieht. 

Barnaby Law, der Chief Engineer Flying Fuel Cell bei der MTU, sagte: „Ein Flüssigwasserstoff- und Brennstoffzellensystem kann Flugzeuge der Zukunft antreiben und verursacht mit Ausnahme von Wasser keine Emissionen. Und das genau ist unser Ziel: null Emissionen.“

Testplattform für Systemkomponenten

Bevor die D-CEFD – so das Kennzeichen des Forschungsflugzeugs – jedoch mit einem Brennstoffzellen-Antrieb fliegt, wird es noch einige Zeit dauern. Die Projektpartner rechnen mit dem Erstflug des Forschungsträgers mit dem neuen Antrieb nicht vor Mitte dieser Dekade, also frühestens in vier Jahren. Zunächst setzt das DLR das Flugzeug als Testträger für einzelne Komponenten des späteren Gesamtsystems ein. Erst wenn diese abgeschlossen sind, wird das linke Triebwerk gegen den neuen Antriebsstrang getauscht. Die MTU liefert den Antriebsstrang, während das DLR das Gesamtprojekt leitet und den Antriebsstrang in die vorhandene Flugzeugzelle integriert. 

Die Kosten für das Forschungsprojekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert, ebenso fließen Mittel aus dem Luftfahrtforschungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums in das Projekt ein. 

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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