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Die Kepplair 72 soll noch 2026 erste Abwurftests vornehmen

Die weltweiten Löschflugzeugflotten bestehen vor allem aus ehemaligen Militärflugzeugen. Das französische Unternehmen Kepplair Evolution will mit der Kepplair 72 auch modifizierte ATR 72 in diesem Nischenmarkt platzieren.

1.06.2026

Die Kepplair 72 ist ein neues Löschflugzeug auf Basis der ATR 72, welches bis zu 7,5 Tonnen Löschmittel abwerfen kann. © Kepplair Evolution

Das 2012 gegründete französische Unternehmen Kepplair Evolution entwickelt mit der Kepplair 72 ein Mehrzweck-Flugzeug auf Basis der ATR 72. Das Flugzeug soll einerseits als Wasserbomber dienen, andererseits aber auch bei MedEvac- und Frachtflügen genutzt werden können. Die Kepplair 72 hat eine Kapazität von bis zu 8,5 Tonnen Zuladung, wobei der interne Löschwassertank die Mitnahme von bis zu 7.500 Litern Löschmittel erlaubt.

Das Programm ist kein Papiertiger, sondern befindet sich bereits seit drei Jahren in der Umsetzung. Der Prototyp der Kepplair 72 soll in wenigen Wochen in Toulouse-Blagnac eintreffen, wo er von der Firma Aerotec & Concept zum Löschflugzeug umgebaut wird. Das Flugzeug wird von der Firma ACIA-Aero Capital mit Sitz in Mauritius, bereitgestellt, die sowohl Leasing, als auch Modifikationen und Finanzierungen von Regionalflugzeugen anbietet.

Der Programmfahrplan ist eng getaktet: Schon Ende dieses Jahres will Kepplair Evolution mit den ersten Abwurftests mit der Kepplair 72 beginnen. Die erste Auslieferung ist schon für 2027 angestrebt.

Die erste Kepplair 72 soll schon im Sommer 2026 für Tests in Toulouse eintreffen. © Kepplair Evolution

Das Auffüllen des Wassertanks in der Kepplair 72 erfolgt in kurzer Zeit am Boden. Von der französischen Regierung wird das Projekt unterstützt. So hat das französische Direktorat für Zivilschutz und Krisenmanagement dem Unternehmen ein Brief geschickt, in dem es sein Interesse für die Erneuerung seiner Löschflugzeugflotte bekundet. Auch hat die Region Occitane im Rahmen des Plans France 2030 dem Unternehmen ihre Unterstützung zugesagt.

Die ATR 72 ist in anspruchsvollen Umgebungen im Einsatz

David Joubert, der Gründer und Präsident von Kepplair Evolution, sagte: „Die Auslieferung unseres ersten Flugzeugs in wenigen Wochen markiert einen neuen Meilenstein für das Projekt Kepplair 72 und führt ein Programm zur Vollendung, an dem wir seit vielen Jahren arbeiten. Wir haben ein Team aus erstklassigen Spezialisten zusammengestellt, um ein Multi-Missions-Löschflugzeug zu entwickeln, das schon bald bereit sein wird, um die weltweite Nachfrage nach der Modernisierungvon Löschflugzeugflotten zu bedienen. Die ATR 72 ist bereits in anspruchsvollen Umgebungen im Einsatz – etwa im Norden Kanadas, in Westafrika, bei Einsätzen auf unbefestigten Pisten und dergleichen. Daher sind wir von den Fähigkeiten dieses Flugzeugs überzeugt, das effizient, leistungsstark und umweltfreundlich ist; wir hoffen, dass es noch vor Ende dieses Jahres seine ersten Wasserabwurftests durchführen wird.“

Mark Hurst, der Präsident der ACIA Aero Group, sagte: „Wir haben uns bereits in einem sehr frühen Stadium über unsere Tochtergesellschaft ACIA Aero Technics in das Projekt Kepplair 72 eingebracht – angezogen von der Vision und der Roadmap, die von Kepplair Evolution getragen werden. Wir sehen starke Parallelen zwischen diesem Projekt und der Art und Weise, wie wir unsere eigenen Umrüstungsprogramme für die ,Large Cargo Door’ der ATR entwickelt haben. Die ATR ist eine Plattform, die wir äußerst gut kennen, da wir dieses Flugzeug innerhalb unserer Unternehmensgruppe selbst betreiben und seine Robustheit sowie Vielseitigkeit seit vielen Jahren schätzen. Über den industriellen Aspekt hinaus spiegelt dieses Projekt auch einen zentralen Wert von ACIA wider: die Bündelung erstklassiger Expertise rund um ein gemeinsames Ziel – eine Expertise, die andernfalls wohl niemals zusammengefunden hätte.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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