Vor kurzem begann im Werk von Lockheed Martin in Marietta im US-Bundesstaat Georgia die Montage der ersten Unterbaugruppen des ersten Schweizer Kampfflugzeugs des Typs Lockheed Martin F-35A Lightning II. Der Produktionsstart folgt auf die bereits angelaufene Fertigung erster Komponenten.
In den kommenden Monaten werden die ersten Schweizer F-35A weitere Produktions- und Montagephasen durchlaufen. Das F-35-Programm basiert auf einer internationalen Lieferkette mit mehr als 2.100 Zulieferbetrieben weltweit.
Lockheed Martin hat im Mai 2026 mit der Produktion der ersten Unterbaugruppen für die F-35A für die Schweiz begonnen. © Lockheed Martin
Die F-35A der Schweizer Luftwaffe tragen Seriennummern, die mit den beiden Buchstaben MJ beginnen. Die Seriennummern der Flugzeuge für die einzelnen Nationen unterscheiden sich durch unterschiedliche Buchstaben. Die deutschen F-35 werden unter den Seriennummern gebaut, die mit den Buchstaben MG beginnen, die finnischen Seriennummern starten mit MF , die belgischen Seriennummern beginnen mit AY, die polnischen mit AZ, die dänischen mit AP und die für die U.S. Air Force mit AF.
Auf einem Foto, das ein Bauteil des Rumpfmittelstücks zeigt, ist neben der Schweizer Seriennummer MJ-1 auch zu sehen, dass die Schweizer F-35A mit einem Bremsschirm ausgestattet wird. Diese Option hat bislang nur Norwegen für seine F-35A in Auftrag gegeben. Die F-35A der Royal Netherlands Air and Space Force (RNLASF) sind für die Ausrüstung mit Bremsschirmen zwar vorbereitet, aber die Schirme selbst sind nicht installiert.
Ausbildung der Crews in Fort Smith in den USA
Die ersten acht für die Schweiz bestimmten F-35A werden aber nicht so schnell in die Schweiz kommen. Sie bleiben nach ihrer Übergabe ab Mitte 2027 auf der Ebbing Air National Guard Base in Fort Smith in Arkansas, wo sie für die Ausbildung der Schweizer Pilotinnen und Piloten eingesetzt werden. Die ersten dieser Stealth Fighter werden ab Mitte 2028 in der Schweiz erwartet. Die restlichen Schweizer F-35 werden im Endmontage-Werk in Cameri in Italien hergestellt.
Mit der F-35A beschafft die Schweiz ein Kampfflugzeug der fünften Generation. Das System verfügt über modernste Sensoren und ist hochgradig vernetzt. Die Schweiz hatte zunächst die Beschaffung von 36 F-35A Lightning II angestrebt, doch aufgrund von Preissteigerungen hat sie in diesem Jahr die Reduzierung des Auftrags auf nur noch 30 Exemplare beschlossen, um im angestrebten Finanzrahmen von höchsten 6 Milliarden Schweizer Franken zu bleiben.
Neben einem Fähigkeitssprung für die Schweizer Luftwaffe bedeutet das F-35A-Programm auch eine Vertiefung der industriellen Kooperation mit Schweizer Unternehmen. Im Rahmen der Offset-Verpflichtungen arbeitet Lockheed Martin mit Schweizer Industriepartnern in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktion und Instandhaltung zusammen.
Ein Beispiel dafür ist das im März 2025 angekündigte Technologieprojekt mit Pilatus Aircraft. Dabei entwickeln Pilatus und Lockheed Martin gemeinsam ein auf die Anforderungen von Luftstreitkräften der fünften Generation abgestimmtes Pilotenausbildungssystem weiter.
Bob Fischer
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