Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat Anfang dieses Monats einen neuen Prüfstand in Bremen offiziell in Betrieb genommen. Der neue Prüfstand mit dem Namen WISDOM dient der Erforschung von neuen Steuerflächen für Tragflächen für neue Verkehrsflugzeuge. Das Akronym WISDOM steht dabei für „Wing Integrated Systems Demonstration On Mechatronic Rig“.
Künftige Generationen von Verkehrsflugzeugen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit über Flügel mit einer sehr hohen Streckung aufweisen, ähnlich wie heute schon Segelflugzeuge. Diese Tragflächen versprechen einen besonders effizienten Flug und damit einhergehend auch einen geringeren Treibstoffbedarf und geringere Emissionen als bei heutigen Verkehrsflugzeugen.
Mit dem neuen DLR-Prüfstand WISDOM in Bremen können bis zu drei Steuerflächen gleichzeitig untersucht werden. © DLR
Allerdings erfordert diese Bauform von Tragflächen aufgrund ihrer Elastizität die Nutzung von neuen, intelligenten Steuerflächen. Besonders bei böigem Wind und bei bestimmten Flugmanövern können enorme Belastungen auftreten, die im schlimmsten Fall zum Strukturversagen führen. Um solche Fälle auszuschließen, bedarf es intelligenter Flugsteuerungssysteme und intelligenter Steuerflächen.
Tests zur aktiven Lastabminderung
Solche Flächen können die Forscher des DLR nun auf dem WISDOM-Prüfstand testen und so Systeme zu aktiven Lastabminderung oder zur Flatterunterdrückung in Zusammenarbeit mit der Industrie entwickeln.
Dr. Markus Fischer, Bereichsvorstand Luftfahrt des DLR, sagte: „Mit dem Virtual Product House und unserer neuen Testinfrastruktur für Flugsteuerungssysteme leistet das DLR gemeinsam mit Industrie und Wissenschaft wichtige Beiträge zur Flügelentwicklung am Standort Bremen. Dies ist genau im Einklang mit unser DLR-Strategie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie und zur schnelleren Entwicklung klimaverträglicher Flugzeuge.“
In dem sieben Meter langen Prüfstand können die Forscher bis zu drei Steuerflächen gleichzeitig untersuchen und dabei verschiedene Flugmanöver und Böen simulieren. Nach Angaben des DLR werden diese berechneten Luftlasten im Prüfstand auf die Flügelflächen aufgebracht. Sensoren messen die aktuelle Ausrichtung der Steuerflächen und der Flugsteuerungsrechner ermittelt innerhalb weniger Millisekunden die an die Lasten optimierte Stellung und stellt diese über Aktuatoren in die neue Position ein.
Volker K. Thomalla
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