Homepage » Luftverkehr - news » EASA warnt vor verstopften Pitotrohren bei geparkten Flugzeugen

EASA warnt vor verstopften Pitotrohren bei geparkten Flugzeugen

Die Öffnungen von Pitotrohren haben schon immer eine große Anziehungskraft auf Insekten ausgeübt. Jetzt, wo während der Covid-19-Pandemie Flugzeuge zu Hunderten am Boden standen, haben die Insekten sich vermehrt in den Air Data-Systemen eingenistet, zum Teil selbst dann, wenn die Abdeckungen angebracht waren, hat die EASA festgestellt.

21.08.2020

Beim Abstellen eines Flugzeugs werden die Pitotrohre verschlossen, um zu verhindern, dass Insekten oder Verunreinigungen in die Öffnungen eindringen. © Volker K. Thomalla

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat ein Safety Information Bulletin (SIB) veröffentlicht, um vor den Gefahren von verstopften Pitotrohren zu warnen. Während des Höhepunktes der Covid-19-Pandemie in diesem Frühjahr waren viele Luftfahrzeuge für Wochen und Monate abgestellt und flogen nicht.

Alarmierender Trend

Nun hat die EASA einen nach ihren Angaben „alarmierenden Trend von Berichten über unzuverlässige Geschwindigkeits- und Höhenangaben während der ersten Flüge“ nach der Wiederinbetriebnahme festgestellt. Diese hätten zu Startabbrüchen (Rejected Take-off/RTO) und zu Abbrüchen von Flügen (In-Flight Turn Back/IFTB) geführt. „Die meisten der gemeldeten Ereignisse betrafen eine Ansammlung von Fremdkörpern wie Insektennester im statischen System der Luftfahrzeuge. Diese Kontamination führte zur Verstopfung der Staudrucksonde und der Öffnungen zur Abnahme des statischen Drucks, in einigen Fällen bei mehreren Systemen, selbst wenn Abdeckungen installiert waren. Das Risiko einer solchen Verschmutzung wurde erhöht, wenn die Verfahren zur Einlagerung des Flugzeugs zu Beginn, während oder am Ende der Abstellzeit nicht vollständig oder unsachgemäß angewendet wurden“, teilte die EASA im SIB 2020-14 mit.

Die Öffnungen zur Abnahme des statischen Drucks bei Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt ziehen Insekten an, wenn sie nicht verschlossen sind. © Volker K. Thomalla

Die EASA empfiehlt den CAMO- und Maintenance-Organisationen, die Instruktionen zur Inspektion und zum Reinigen des Pitotsystems vor Wiederinbetriebnahme eines Luftfahrzeugs nach einer längeren Standzeit sehr genau zu befolgen, um Zwischenfälle und Unfälle zu verhindern. Sie verweist in diesem Zusammenhang außerdem auf ihre Richtlinie „Return to service of aircraft from storage in relation to the COVID-19 pandemic“, die am 20. Juli veröffentlicht wurde.

Bob Fischer

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Brussels Airlines zeigt, wie man ein Flugzeug einmottet

Erste Erkenntnisse zum An-148-Absturz

EASA veröffentlicht Safety Bulletin zu Wirbelschleppen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.