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airberlin stellt Langstrecken ab Tegel ein

Die insolvente Fluggesellschaft airberlin hat – nachdem die EU-Kommission grünes Licht für einen 150-Millionen-Euro-Überbrückungskredit gegeben hat – ihr Streckennetz weiter ausgedünnt. Berlin verliert damit alle Langstrecken.

5.09.2017

Air Berlin streicht die Langstrecken ab Berlin-Tegel und Düsseldorf zusammen. © Volker K. Thomalla

Gestern erst hatte die EU-Kommission den Überbrückungskredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die insolvente airberlin für rechtens erklärt. Allerdings darf der Kredit in Höhe von 150 Millionen Euro nicht in einer Tranche ausgezahlt werden, sondern nur wochenweise gegen den Nachweis des tatsächlichen Finanzbedarfs. Die Bundesregierung muss außerdem dafür sorgen, dass der Kredit komplett zurückgezahlt wird, anderenfalls muss ein Abwicklungsplan für das Unternehmen aufgestellt werden.

Nun hat die Fluggesellschaft ihr Netzwerk zusammengestrichen. Besonders betroffen sind die Langstrecken ab Berlin-Tegel. Die Airline bedient ab dem 25. September ihre Strecken nach New York und Miami nicht mehr. Auch fällt Düsseldorf – Orlando an diesem Tag aus dem airberlin-Flugplan. Der Flug von Düsseldorf nach Boston ist bereits eingestellt.

Tegel verliert die meisten USA-Strecken

Ab dem 30. September gibt es auch den täglichen Flug Tegel – Chicago O’Hare nicht mehr, ab dem 1. Oktober stellt airberlin auch die Flüge nach Los Angeles und San Francisco ein.

Für den Luftverkehrsstandort Berlin sind diese Streckenstreichungen ein herber Schlag, weil es damit die meisten Berliner Passagiere, die in den USA fliegen wollen, auf Umsteigeverbindungen angewiesen sind.

Das Schicksal der airberlin wird sich aller Voraussicht nach am 21. September entscheiden., An diesem Tag tagt der Gläubigerausschuss und wird entscheiden, ob einer oder mehrere Bieter für die Airline den Zuschlag erhalten. Interessenten haben noch bis zum 15. September Zeit, ihre Gebote abzugeben.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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