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Airbus lässt zwei A350 in Formation über den Atlantik fliegen

Formationsflüge erlauben den hinten fliegenden Flugzeugen, Treibstoff einzusparen und damit weniger CO2 auszustoßen. Mit einem Flug von Toulouse nach Montreal hat Airbus das Prinzip nun erstmalig mit zwei Widebodies auf der Langstrecke nachgewiesen.

10.11.2021

Erstmalig sind zwei A350 im Rahmen des Erprobungsprogramms von Airbus in einer Fello'fly-Formation über den Atlantik geflogen. © Airbus/S. Ramadier

Die Natur ist in vielen Punkten der beste Lehrmeister. Große Zugvögel wie Gänse und Kraniche fliegen zum Beispiel auf ihren jährlichen Migrationsflügen von einer Region in die andere auch im Schwarm in Formation. Forscher haben herausgefunden, dass die Vögel auf diese Art und Weise auf ihren Langstreckenflügen Energie sparen. Ob die Natur bei Langstreckenflügen mit Verkehrsflugzeugen auch als Beispiel dienen kann, will Airbus jetzt mit einer Flugtestkampagne herausfinden. Dabei geht es einerseits um die möglichen CO2-Einsparungen durch fello’fly-Flüge, andererseits aber auch um den Nachweis, dass die Sensoren an Bord einen sicheren Flugbetrieb auch bei deutlich verringerten Staffelung gewährleisten können.

In Formation von Toulouse nach Montreal

Am 9. November hat der Hersteller deswegen zwei Airbus A350 (MSN001 und MSN059) in Formation auf einen Transatlantikflug geschickt. Die beiden Goßraumflugzeuge starteten in Toulouse in Südfrankreich und flogen nach Montreal in Kanada. In Abstimmung mit den verschiedenen Flugsicherungsorganisationen auf der Strecke flogen die beiden Widebodies in einem Abstand von nur drei Kilometern. An Bord der Flugzeuge waren Piloten der Fluggesellschaften Freche Bee und SAS Scandinavian Airlines, die als Beobachter den Flug aufmerksam verfolgten.

„Die von Airbus entwickelten Flugsteuerungssysteme ermöglichten es, das hintere Flugzeug sicher im Windschatten-Aufwind der vorausfliegenden Maschine zu platzieren. So konnte die nötige Schubleistung des hinteren Flugzeugs und damit der Treibstoffverbrauch reduziert werden“, teilte der Flugzeugbauer mit.

Durch den Formationsflug stieß der hinten fliegende Airbus auf dem Transatlantikflug nach Berechnungen der Airbus-Ingenieure rund 6,0 Tonnen CO2 weniger aus im Vergleich zu einem normalen Linienflug mit entsprechendem Abstand.

Sabine Klauke, Chief Technical Officer bei Airbus, sagte: „Dieser Demonstrationsflug ist ein konkretes Beispiel für unser Engagement, unsere Dekarbonisierungsziele in die Tat umzusetzen. Er zeigt auch, dass die branchenweite Zusammenarbeit für die Umsetzung dieser Ziele von zentraler Bedeutung ist. Für dieses Projekt konnten wir seitens unserer Partner-Airlines und Luftverkehrsmanagementakteure sowie der Behörden auf viel Unterstützung zählen. Die Chance, dass wir diese Innovation bis etwa zur Mitte dieses Jahrzehnts für Passagierflugzeuge einführen können, ist sehr vielversprechend. Stellen Sie sich einmal das Potenzial vor, das fello’fly für die gesamte Branche bedeuten würde!“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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