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Hubschrauber im Katastropheneinsatz an der Ahr und in NRW

Hubschrauber von zivilen Betreibern, der Bundeswehr und der Bundespolizei sind in den vom Hochwasser betroffenen Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen im Einsatz, um Menschenleben zu retten und Schäden zu begrenzen.

17.07.2021

Der Helikopter mit dem Rufzeichen N03 von Northern Helicopter half bei der Evakuierung eines Krankenhauses. © Northern Helicopter

Hubschrauber aus ganz Deutschland waren schon am ersten Tag der verheerenden Unwetter in die Katastrophengebiete im nördlichen Rheinland-Pfalz und nach Nordrhein-Westfalen geeilt, um Menschen zu retten und die Rettungskräfte zu unterstützen. Die Fliegergruppe der Bundespolizei, die auf dem nahe des Katastrophengebietes gelegenen Flugplatz Bonn/Hangelar stationiert ist, war zum Teil mit bis zu zehn Hubschraubern im Einsatz. Allein am Donnerstag hat sie entlang der Ahr 40 Menschen gerettet, die vor den Wassermassen auf Hausdächer oder Garagen geflüchtet waren und nur aus der Luft evakuiert werden konnten.

Hubschrauber im Katastropheneinsatz

Der Hubschrauber war in vielen Fällen das einzige Rettungsmittel, das Hilfe bringen konnte, denn einige Orte waren komplett abgeschnitten und über Landwege nicht direkt zu erreichen. Die Wassermassen haben Straßen überflutet und Brücken zerstört und die eigentlich harmlos dahinfließende Ahr zu einem unüberwindbaren Hindernis gemacht. Auch Boote kamen aufgrund der reißenden Strömung und des vielen Treibgutes zum Teil nicht durch.

Die Bundeswehr schickte SAR-Hubschrauber des Typs H145 SAR sowie NH90 in die Katastrophengebiete, auch zivile Betreiber sind im Einsatz. Auf Anforderung des Katastrophenstabs der Stadt Erftstadt hatte die DRF Luftrettung den Offshore-Hubschrauber N03 des Betreibers Northern Helicopter – eine H155 – von Emden aus nach Nordrhein-Westfalen in Marsch gesetzt. Das Unternehmen berichtete über den Einsatz: „Zusammen mit einer NH90 der Bundeswehr (SAR 92) flog die Besatzung unserer N03 Patienten und Bewohner eines Krankenhauses mit angeschlossenem Altenheim in Erftstadt im Ringverkehr zur Sammelstelle auf einem Sportplatz. Drei bis vier Personen konnten jeweils an Bord mitgenommen werden. Unterwegs hat die Crew weitere Personen von umliegenden Dächern mitgenommen. Bei Sonnenuntergang gegen 21.30 Uhr endet die Mission der N03. Das Team konnte sich für einige Stunden in der Kaserne beim Militärflugplatz in Nörvenich ausruhen. Dort wurden sie sehr gut versorgt.

Die Hubschrauber – egal, ob sie von der Bundeswehr, der Bundespolizei oder zivilen Betreibern kamen – leisteten aber nicht nur wertvolle Dienste bei der direkten Rettung von Menschenleben, sondern waren auch für den Transport von dringend benötigtem Material wie Hochleistungspumpen an besonders gefährdete Stellen im Einsatz. Sie flogen auch spezialisierte Helfer an neuralgische Punkte, um Menschen zu retten und weitere Schäden abzuwenden.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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