Das DLR hat Historikerinnen und Historiker mit Forschungen zur Geschichte des DLR und seiner Vorgängerorganisationen beauftragt und präsentiert die Ergebnisse dieser noch bis zum Ende dieses Jahres andauernden Arbeiten mit insgesamt fünf Monografien, zwei Bildbänden und einer Ausstellung der Öffentlichkeit. Die Forschungen beziehen sich auf den Zeitraum von 1907 bis 1945 und werden durch einen wissenschaftlichen Beirat begleitet.
„Als DLR stehen wir zu unserer Verantwortung, unsere Vergangenheit nicht nur zu dokumentieren, sondern auch Lehren daraus zu ziehen“, begründet Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, die Vorstandsvorsitzende des DLR, die Forschungen. „Unser Ziel ist es, die Geschichte für uns und für die Öffentlichkeit aufzuarbeiten und transparent zu machen. Damit wollen wir das Bewusstsein für die Herausforderungen von Wissenschaft und Technik in unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Kontexten stärken.“
Die Wurzeln reichen bis 1907 zurück
Das DLR sieht seine Wurzeln schon in der 1907 gegründeten MVA (Modellversuchsanstalt der Motorluftschiff-Studiengesellschaft) in Göttingen, einer der ersten Einrichtungen ihrer Art weltweit, die Grundlagenforschung im Bereich Luftfahrt betrieb. Aus ihr entwickelte sich nach Angaben des DLR die Aerodynamische Versuchsanstalt (AVA). Dort seien Grundlagen gelegt worden, welche die Luftfahrt bis heute prägen. „Gleichzeitig machte die historische Forschung deutlich, dass wissenschaftliche Arbeit insbesondere in Zeiten von Krieg und Diktatur nicht losgelöst von politischen Rahmenbedingungen betrachtet werden kann“, schreibt das DLR.
Wenig überraschend, aber wissenschaftlich untermauert, zeigen die Forschungsarbeiten der Historiker, dass die Vorgängerorganisationen des DLR zwar bedeutende Beiträge zur Entwicklung der Luftfahrt geleistet haben, aber natürlich auch in die politischen und militärischen Strukturen ihrer Zeit eingebunden waren, wenn auch in unterschiedlichem Maß. Das DLR-Projekt will eine differenzierte wissenschaftliche Einordnung dieser Entwicklungen aufzeigen.
„Es geht nicht darum, historische Persönlichkeiten zu bewerten oder wissenschaftliche Leistungen in Frage zu stellen“, betont der Technikhistoriker Prof. HelmuthTrischler, der zwei Teilprojekte bearbeitet. „Vielmehr wollen wir die Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in ihrem historischen Kontext sichtbar machen.“
Volker K. Thomalla
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