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Ryanair reduziert Strecken am Flughafen Frankfurt Hahn

Schlechte Nachrichten für den Flughafen Frankfurt Hahn: Der irische Low Cost Carrier als größte Airline auf dem Hunsrück Airport verlagert Strecken vom Hahn nach Frankfurt am Mai. 

26.02.2018

Stopp: Ryanair reduziert ihr Engagement am Flughafen Frankfurt Hahn und verlegt Strecken nach Frankfurt/Main. © Frankfurt Hahn Airport

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair reduziert die Zahl der auf dem Frankfurt Hahn Airport stationierten Boeing 737-800 zum 25. März von fünf auf vier Exemplare. Damit entfallen insgesamt fünf Strecken von Hahn. Zum Sommerflugplan im vergangenen Jahr hatte die Airline ihr Angebot gerade erst um vier Strecken erweitert. Ryanair bietet im Sommerflugplan 2018 nun nur noch 40 Strecken vom Hahn aus an.

Durch die strategische Kehrtwende bei Ryanair hin zu größeren Flughäfen verlieren die kleinen Airports wie der Flughafen Hahn im Hunsrück an Bedeutung für den Low Cost Carrier. © Volker K. Thomalla

Der Chief Commercial Officer von Ryanair, David O’Brien, begründete die Streckenreduzierung: „Die Entscheidung von Ryanair, die Zahl der am Flughafen Frankfurt-Hahn stationierten Flugzeuge von fünf auf vier zu reduzieren, ist auf die schwache wirtschaftliche Leistung zurückzuführen, da die Nachfrage nach Ryanair-Flugzeugen an anderen Flughäfen in ganz Europa zur gleichen Zeit steigt.“

Strecken gehen ins richtige Frankfurt

Er spielt damit auf die strategische Kehrtwende der irischen Fluglinie an, die verstärkt Geschäftsreisende als Kunden umwirbt und deshalb auch Flughäfen bedient, die Ryanairs Hauptgeschäftsführer (CEO) Michael O’Leary vorher mit Vehemenz kategorisch abgelehnt hat. Vier der fünf Strecken vom Hahn (Porto, Venedig, Valencia und Zadar) werden nämlich nicht gestrichen, sondern zum Flughafen Frankfurt/Main verlegt. Lediglich die Strecke in die zweitgrößte bulgarische Stadt, Plowdiw, entfällt ersatzlos.

David O’Brien nutzt die Gelegenheit der Streckenreduzierung vom Hahn jedoch, Forderungen an die Politik zu stellen, obwohl gerade die Landesregierung Rheinland-Pfalz den Flughafen Hahn – und damit auch Ryanair – bis zur Grenze des Erlaubten unterstützt hat. O’Brien sagte: „Ryanair fordert die deutsche Regierung erneut auf, die Fluggastabgabe abzuschaffen, da sie eine pauschale, regressive Steuer ist, die kleinere Flughäfen wie Frankfurt-Hahn und Billigflugstrecken zugunsten größerer, primärer Flughäfen oder benachbarter Länder wie Luxemburg, wo es keine Passagiersteuer gibt, benachteiligt.“

Eine weitere Reduzierung des Engagements von Ryanair auf dem Flughafen Hahn könnte diesem heftige Probleme bringen, denn die irische Low Cost Airline ist der größte Kunde und hat die meisten der 2,47 Millionen Passagiere am Hunsrück-Airport befördert.

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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