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Airbus und Kawasaki wollen die Eurodrone zum U-Bootjäger modifizieren

Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte haben Bedarf an einem unbemannten System zur U-Bootjagd. Airbus und Kawasaki Heavy Industries (KHI) wollen gemeinsam prüfen, wie die U950 Eurodrone für die Anforderungen Japans angepasst werden kann.

6.07.2026

Airbus und Kawasaki Heavy Industries untersuchen gemeinsam die Möglichkeiten, die U950 Eurodrone für maritime Aufgaben anzupassen. © Airbus

Die Zukunft des multinationalen Drohnenprojekts Eurodrone schien vor ein paar Monaten noch auf der Kippe zu stehen. Doch auf der ILA (10. bis 14. Juni 2026) in Berlin betonte Jean-Brice Dumont, der Executive Vice President Air Power bei Airbus Defence and Space, bei einem Medienbriefíng, dass „Frankreich zu dem Projekt stehe“. Derzeit würden die ersten Teile für die erste U950 Eurodrone gefertigt, mit dem Erstflug rechne er innerhalb der nächsten drei Jahre, möglicherweise sogar eher.

Airbus Defence and Space ist der Generalunternehmer bei dem Eurodrone-Programm, Airbus Defence and Space S.A.U. aus Spanien, Dassault Aviation aus Frankreich und Leonardo S.p.A. aus Italien tragen als Unterauftragnehmer Verantwortung für ihre jeweiligen Komponenten. Die europäische Rüstungsbeschaffungsbehörde OCCAR (Organisation for Joint Armament Co-operation) ist im Auftrag der vier Erstkunden Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien Vertragspartner der Hersteller.

Eurodrone ist ein europäisches Programm

Ende Juni hat Airbus mit dem japanischen Konzern KHI (Kawasaki Heavy Industries) eine Vereinbarung geschlossen, die dem Eurodrone-Projekt zusätzlichen Rückenwind gibt. KHI und Airbus wollen gemeinsam analysieren, ob und wie die U950 Eurodrone als Langstrecken-U-Bootjagd-Drohne genutzt werden kann. Japan ist derzeit auf der Suche nach einem solchen unbemannten Fluggerät als Ergänzung für die bemannten ASW-Kapazitäten (Anti-Submarine Warfare) und hat schon seit 2023 Beobachterstatus bei dem Eurodrone-Projekt.

Airbus hatte auf der ILA 2026 ein 1:1-Modell der U950 Eurodrone ausgestellt. © Volker K. Thomalla

Als nächsten Schritt der möglichen Kooperation haben Airbus und  Kawasaki Heavy Industries die Aufnahme von Gesprächen vereinbart, um Optionen für die Auslegung, Entwicklung und Vermarktung einer künftigen japanischen maritimen Version der Eurodrone zu erarbeiten. Dies umfasse nach Angaben von Airbus unter anderem die Festlegung möglicher Konfigurationen, die Integration japanischer Sensoren und Effektoren sowie weitere potenzielle Anteile der japanischen Industrie an Fertigung und Instandhaltung. Ziel sei es sicherzustellen, dass Japan die Eurodrone eigenständig und uneingeschränkt betreiben kann, sollte sich das Land für die Beschaffung dieses unbemannten Luftfahrzeugs entscheiden.

Das Eurodrone-Programm wurde auf der ILA 2018 erstmalig als 1:1-Modell präsentiert. Die Drohne wird von zwei Turboprop-Triebwerken angetrieben und soll bis zu 40 Stunden in der Luft bleiben können. Als Missionsnutzlast stehen den Nutzern 2,3 Tonnen zur Verfügung. Im Frühjahr 2024 wurde das Programm erfolgreich einem Preliminary Design Review (PDR) unterzogen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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