Homepage » Militär » Boeing beginnt mit der Endmontage der ersten P-8A für Norwegen

Der nächste Exportkunde für die Boeing P-8A Poseidon kann mit den Vorbereitungen für die Übernahme seines ersten Flugzeugs beginnen. Der Hersteller hat in Renton mit der Endmontage der ersten P-8A für die Royal Norwegian Air Force begonnen. Das Flugzeug soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden.

13.04.2021

Die P-8A Poseidon ist auch als grünes Flugzeug während der Endmontage leicht an ihren fehlenden Kabinenfenstern zu identifizieren. © Boeing

Gestern ist der Rumpf des ersten Seefernaufklärungs- und U-Bootjagdflugzeugs P-8A Poseidon für die Royal Norwegian Air Force (RNoAF) im Boeing-Werk in Renton im US-Bundesstaat Washington angekommen. Das Unternehmen Spirit AeroSystems aus Wichita im US-Bundesstaat Kansas baut die Rümpfe für alle Boeing 737, auch für die von der zivilen Boeing 737 abgeleiteten P-8A Poseidon. Sie werden dann auf speziellen Flachtbettwagen per Eisenbahn über eine Distanz von annähernd 3.000 Kilometern zur Endmontagelinie nach Renton transportiert.

Nach einer fast 3.000 Kilometer langen Bahnreise ist der Rumpf der ersten P-8A Poseidon im April 2021 im Boeing-Werk in Renton angekommen. © Boeing

Nach der Endmontage des Flugzeugs startet die P-8A als grünes Flugzeug in Renton und landet auf dem benachbarten Boeing Field südlich von Seattle, wo ihre militärische Ausrüstung installiert wird.

Norwegen hatte im April 2017 fünf Exemplare des Seefernaufklärers bei Boeing in Auftrag gegeben. Sie werden sechs Lockheed P-3C/N Orion sowie drei Dassault Falcon 20 ECM bei der RNOAF ablösen. Die Übergabe der ersten P-8A Poseidon an Norwegen ist bereits vor Ende dieses Jahres geplant. Bis Ende 2023 sollen alle fünf bestellten Flugzeuge ausgeliefert sein.

Ablösung für P-3C/N und Falcon 20 ECM

Christian Thomsen, der P-8A Europe Program Manager bei Boeing, sagte anlässlich des Produktionsmeilensteins für das norwegische P-8A-Programm: „Boeing nutzt einen bewährten integrierten Produktionsprozess, um das Flugzeug effizient zu bauen. Die Implementierung bewährter Best Practices und gängiger, kommerzieller Produktionssystem-Tools ermöglicht es dem Team, die Durchlaufzeit und die Kosten zu reduzieren und gleichzeitig Qualität und pünktliche Lieferung an unsere Kunden zu gewährleisten.“

Größter Kunde für die P-8A ist die US Navy. Aber das Flugzeug entwickelt sich auch zum Exportschlager. Bislang haben die Royal Australian Air Force (RAAF), die Indian Air Force (IAF) und die britische Royal Air Force das Muster erhalten. Weitere Kunden sind Südkorea und Neuseeland. Auch die Deutsche Marine interessiert sich für den Flugzeugtyp als Übergangslösung für den Zeitraum zwischen der Ausmusterung der P-3C Orion 2025 und der voraussichtlichen Indienststellung eines noch zu entwickelnden deutsch-französischen Seefernaufklärers MAWS(Maritime Airborne Warfare System) ab 2035.
Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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