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Weitere UH-60M Black Hawk für Österreich und Schweden

Österreich und Schweden werden jeweils zwölf weitere mittelschwere Transporthubschrauber Sikorsky UH-60M im Rahmen eines Foreign Military Sale (FMS) Vertrags von den USA beziehen.

3.06.2024

Die Sikorsky UH-60M Black Hawk fliegen bei der Flygvapnet unter der Bezeichnung Hkp 16A. © Carsten Vennemann

Die Beschaffung der modernsten Version des Sikorsky UH-60 Black Hawk ist Teil aktueller Modernisierungs- und Ergänzungsprogramme für die Hubschrauberflotten in den beiden Nationen. Entsprechende Verkaufsgenehmigungen erteilte die zuständige Defense Security Cooperation Agency (DSCA) des US-Verteidigungsministeriums am 29. Mai. Beide Länder hatten zuvor den Kauf der jeweils zwölf UH-60M-Hubschrauber mit Unterschieden in der zugehörigen Ausrüstung beantragt. Das Auftragsvolumen erreicht laut Angaben der DSCA insgesamt rund1,9 Milliarden US-Dollar.

Schweden will Verteidigung stärken

Die Beschaffung weiterer Transporthubschrauber UH-60M Black Hawk steht im Zusammenhang mit umfangreichen Planungen zur Stärkung nationaler Verteidigungsfähigkeiten. Wesentlicher Bestandteil dieser Planungen ist die Außerdienststellung der NH90-Flotte beginnend ab diesem Jahr bis 2023 und eine im selben Zeitraum stattfindende Ausstattung mit Black Hawk.

Der Auftrag umfasst neben den zwölf Hubschraubern, 30 Wellentriebwerke T700-GE-701D von GE Aerospace, 17 AN/AAR-57 Raketenabwehrwarnsysteme (CMWS) unter anderem auch Radarwarnempfänger, umfangreiche Kommunikationssysteme, ballistische Schutzausstattung, Rettungswinden sowie Fast Rope Insertion Extraction Systeme (FRIES). Werkzeuge, Ersatzteile, technische Dokumentationen sowie Unterstützungsleistungen in den Bereichen Technik, Logistik und Ausbildung sind ebenfalls Bestandteil des Beschaffungspaketes, das mit 900 Millionen US-Dollar (umgerechnet 829 Millionen Euro) beziffert wird.

Die schwedischen Luftstreitkräfte (Flygvapnet) betreiben seit 2012 bereits eine Flotte von 15 Hubschraubern dieses Typs, national als Hkp16A bezeichnet, zur Unterstützung ihrer Heeres- und Spezialkräfte. Stationiert sind die schwedischen Black Hawk in der 2. Hubschrauberstaffel sowie der Special Helicopter Group (SHG) der 4. Hubschrauberstaffel auf der Malmen Air Base nahe Linköping.

Österreich strebt Zwei-Typen-Flotte an

Österreich beabsichtigt den Kauf von weiteren zwölf UH-60M für den Aufbau einer zweiten Black-Hawk-Staffel im Bundesheer. Laut Mitteilung der DSCA hat die Alpenrepublik den Kauf von zwölf UH-60M Black Hawk-Hubschraubern, 26 T700-GE-701D Triebwerken, 15 AN/AAR-57 Raketenabwehrwarnsystemen (CMWS) und 30 H-764U Embedded Global Positioning Systems with Inertial Navigation (EGI) mit länderspezifischen, selektiv verfügbaren Anti-Spoofing-Modulen (oder Future M-Code Ersatz) beantragt. Zur weiteren Ausstattung zählen unter anderem APR-39C(V)1/4 Radarwarnempfänger, AVR-2B Laserdetektionsgeräte, AN/ARN-147(V) Rundstrahl-Empfänger für Instrumentenlandesysteme, AN/ARN-149(V) Niederfrequenz-Funkempfänger für automatische Peilung (ADF), AN/ARN-153 TACAN-Empfänger (Tactical Air Navigation System), AN/APN-209 Radarhöhenmesser-Funkgeräte, EBC-406HM Notfallortungssender (ELT) sowie Fast Rope Insertion Extraction Systeme (FRIES), Feuerlöschbehälter und Krankenliegen zur medizinischen Evakuierung. Das Auftragsvolumen inklusive Logistik- und Programmunterstützung wird mit 1,05 Milliarden US-Dollar (entspricht 970 Millionen Euro) angegeben.

Das Österreichische Bundesheer betreibt seit 2002 am Fliegerhorst Langenlebarn neun Sikorsky S-70A-42 Black Hawk. 2020 wurde die Flotte durch Ankauf von drei UH-60L der Royal Jordanian Air Force auf zwölf Maschinen erhöht. Alle zwölf Hubschrauber durchlaufen derzeit eine umfassende Cockpitmodernisierung. Ein im Juni 2017 unterzeichneter Vertrag mit Ace Aeronautics LLc im Wert von über 40 Millionen US-Dollar umfasst die Integration des Deck VL-60-Systems mit dem Avionikpaket Garmin G5000H sowie einer Cockpit-Managementeinheit von Avalex Technologies. Zu den weiteren Updates gehören am Helm montierte Displays, eine sichere Kommunikationsausstattung und die Möglichkeit, GPS-basierte Anflugverfahren zu verwenden.

Die nun bestellten zwölf neuen UH-60M Black Hawk sollen ab 2027/28 eine Staffel der in Linz Hörsching stationierten Agusta Bell AB 212 ersetzen. Die AB 212 wird seit 1980 im Bundesheer eingesetzt, 22 Exemplare befinden sich aktuell noch im Betrieb. Erklärtes Ziel des Bundesheeres ist es, zukünftig eine nur aus AW169 Lion und UH-60 Black Hawk bestehende Hubschrauberflotte zu betreiben.

Carsten Vennemann

 

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