Homepage » Aero-Kultur » Kia ora Wanaka Air Show!

Neuseeland war schon immer ein Traumziel für mich. Ich war gespannt, was dieses Land im Südpazifik kulturell und in Bezug auf Luftfahrt zu bieten hat. Eine organisierte Gruppenreise, auf die ich mich lange gefreut habe, brachte mich zu den Highlights Neuseelands. Ein Reisebericht von Torsten Paps.

1.05.2026

Die BAC 167 Strikemaster ist ein leichter Trainings- und Erdkampfjet aus den 1960er Jahren. Die Royal New Zealand Air Force hatte 16 dieser Flugzeuge genutzt. © Torsten Paps

Die Anreise von Frankfurt über den Flughafen Singapur Changi war mit zehn Stunden Dauer in einer Boeing 777-300ER gefühlt lang. Nach einem Stopover sind wir am nächsten Tag mit einem Airbus A380 nach Auckland auf der Nordinsel Neuseelands weitergeflogen.

Bei der Einreise nehmen es die „Kiwis“ mit dem Arten- und Landschaftsschutz sehr streng und dulden keine Nachlässigkeiten. Das Gepäck wird beispielsweise von Hunden im Vorbeigehen erschnüffelt. Kia ora, Neuseeland! Kia ora ist ein traditioneller Gruß aus der Sprache der Māori und bedeutet auf deutsch: sei gesund!

Als erstes Luftffahrt-Ziel in Neuseeland haben wir das Museum of Transport and Technology (MOTAT) in Auckland besucht. In der Aviation Hall waren Privat-, Zivil- und Militärflugzeuge ausgestellt. Die Exponate waren gut beleuchtet und mit Aufstellern über Typ und Historie dokumentiert. Die Sammlung spannt einen weiten Bogen von den Anfängen der neuseeländischen Luftfahrt bis hin zu legendären Maschinen aus dem Zweiten Weltkrieg und der zivilen Luftfahrtgeschichte. Es waren vorwiegend britische Flugzeuge der Hersteller  Avro, Commonwealth, De Havilland, Hawker, Miles und Short ausgestellt.

MOTAT in Auckland

In Auckland war das Wetter warm und sonnig. Je weiter südlich wir mit dem Bus reisten, desto kälter kann es werden. Wir befanden uns ja schon in der Übergangszeit vom Sommer in den Herbst.

Beim Stadtbummel in Taupo entdeckten wir eine Douglas DC-3 vor einem McDonald’s-Restaurant mitten in der Stadt. Das hatte keiner von uns erwartet, und wir waren umso überraschter, dieses früher in großer Stückzahl gebaute Flugzeug mitten in der Stadt zu entdecken.

Mit der Fähre zur Südinsel

Für die weiteren Stationen der von Air Ventures Reisen organisierten Tour setzten wir mit der Fähre über die Cook Strait auf die Südinsel. Wir machten Station im Omaka Aviation Heritage Centre in Blenheim. In realistischen Kriegsszenarien waren auch britische und deutsche Muster ausgestellt. Das war ein echtes Highlight für Technik- und Geschichtsliebhaber. Ergänzt wurden die Zusammenhänge durch Waffen und Fahrzeuge aus der damaligen Epoche. Beeindruckend auf mich waren die Junkers Ju 87 Stuka, die Focke-Wulf Fw 190 und der in Gammelsdorf bei Flugwerk gefertigte Nachbau. Die Stuka hatte ich bisher noch nicht in einem Museum sehen können.

Im Omaka Aviation Heritage Centre in Blenheim steht unter anderem auch diese Pfalz D.III, von der über 1.000 Exemplare in den Jahren 1917 und 1918 gebaut wurden. © Torsten Paps

Im Omaka Aviation Heritage Museum in Blenheim ist in der Knights of the Sky Ausstellung eine beeindruckende Sammlung von Flugzeugen aus dem Ersten Weltkrieg wie diese Nieuport 24 zu sehen. © Torsten Paps

Im Omaka Aviation Heritage Museum in Blenheim ist in der Knights of the Sky Ausstellung eine beeindruckende Sammlung von Flugzeugen aus dem Ersten Weltkrieg wie diese Nieuport 24 zu sehen. © Torsten Paps

Aus dem Ersten Weltkrieg war ein Fokker E.III Eindecker ausgestellt. Ferner die Halberstadt D.IV. Bei der Gegenüberstellung der Muster aus dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg sind die Unterschiede und Fortschritte in der Flugzeugentwicklung sichtbar und bestens vergleichbar. Das war auch ein Grund für mich, diese Reise nach Neuseeland zu unternehmen.

Nun ging die Museumsreise weiter zum Air Force Museum of New Zealand auf der ehemaligen Wigram Air Base in Christchurch. Die Besucher können Einblicke gewinnen in die Geschichte der neuseeländischen Luftwaffe von ihren Anfängen bis in die Neuzeit. Untermauert werden die Zusammenhänge durch Zeitzeugenberichte und interaktive Ausstellungsstücke.

Die Avro Anson – dieses Exemplar steht im Air Force Museum in Christchurch – war ein bei den Streitkräften des britischen Commonwealth weit verbreitetes Schul- und Mehrzweckflugzeug. © Torsten Paps

Im Royal Air Force Museum in Christchurch wird auch diese Lockheed Hudson Mk III hervorragend in Szene gesetzt. © Torsten Paps

Im Hangar sind historische Flugzeuge wie unter anderem die seltene Hawker Siddely Andover, die Supermarine Spitfire, die Avro Anson, der Hubschrauber Kaman Seasprite und die Aermacchi MB-339CB zu sehen. Das war ein weiterer Höhepunkt für Technik- und Geschichtsinteressierte. Angesichts der vielen seltenen Muster hätte ich am liebsten dort übernachtet.

Die Besuche von Luftfahrtmuseen setzten sich ohne Unterbrechung fort. In Ashburton südlich von Christchurch haben wir das Aviation Museum besichtigt. Diese Museum liegt direkt am Flugplatz und wird von Freiwilligen mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail präsentiert und aufrecht erhalten. In zwei Hangars sind die Flugzeuge ausgestellt. Besonders im ersten Hangar geht es sehr eng zu. Zu den persönlichen Highlights dort zählte die Douglas A-4 Skyhawk, der Senkrechtstarter BAC Harrier sowie ein Jettrainer vom Typ De Havilland Vampire.

Diese De Havilland DH.100 Vampire FB 5 steht im Aviation Museum in Ashburton. © Torsten Paps

Von der Percival P.56 Provost wurden 461 Exemplare gebaut. Diese P.56 steht im Aviation Museum in Ashburton auf der Südinsel Neuseelands. © Torsten Paps

Den Höhepunkt der Reise bildete aber die Airshow „Warbirds over Wanaka“. Wir waren zwei Tage in der eindrucksvollen Landschaft von Central Otago zu Gast. Ein bisschen erinnerte mich die Bergkulisse im Hintergrund an die Air Power in Zeltweg in der Steiermark. Obwohl das Wetter am ersten Tag bewölkt und mit 5 °Celsius sehr kalt war, liefen die Kiwis in Shorts und Sandalen über das Fluggelände. Ich war froh, das ich leichte Handschuhe im Gepäck hatte. Wir hatten reservierte Tribünenplätze und konnten die Airshow genießen, obwohl es am ersten Tag bis zum Mittag stark regnete.

Warbirds over Wanaka Air Show

Täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr wurde ein abwechslungsreiches Oldtimer-Programm geboten. Über 100 Flugzeuge – von historischen Warbirds wie Spitfire, P-51 Mustang, Jak-3, Max Holste Broussard, De Havilland Fox Moth, Grumman Avenger und – last but no least –die sehr selten zu sehende BAC 167 Strikemaster wurden eindrucksvoll präsentiert und kommentiert.

Den großen Knall zum Ende des Show bildete die Feuerwand. Hier krachte und rauchte es gewaltig!

Auf dem Rückflug von Christchurch nach Singapur flogen wir in einem Airbus A350-900 und weiter nach Frankfurt wieder mit einer Boeing 777-300ER. Alles Schöne neigt sich eben auch einmal dem Ende zu.

Torsten Paps

 

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Über Torsten Paps

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Torsten Paps ist Luftfahrtenthusiast, Flugzeugspotter, Netzwerker und ehemaliger Segelflieger.

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