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Dassault hat eine Falcon 900B zum temporären Frachter modifiziert

Innerhalb von nur acht Tagen hat Dassault Falcon Service eine werkseigene Falcon 900B zu einem temporären Frachtflugzeug umgebaut und zugelassen. Das Flugzeug fliegt nun Material zur Herstellung von medizinischer Schutzausrüstung nach Osteuropa und holt von dort die fertigen Masken wieder ab.

4.06.2020

Die Falcon 900B verfügt nach dem Umbau über eine Frachtkapazität von 2.884 Kilogramm. © Dassault Falcon Service

Derzeit erlebt die Luftfrachtbranche noch eine hohe Nachfrage nach Transportkapazität, auch wenn es bereits erste deutliche Anzeichen für ein baldiges Abflauen dieses Booms gibt. Dassault Falcon Service (DFS), die MRO- und Executive-Charter-Tochter des französischen Aerospace-Konzerns Dassault Aviation, hat nun einen ihrer dreistrahligen Business Jets vom Typ Dassault Falcon 900B in Rekordzeit zu einem temporären Frachtflugzeug modifiziert.

Falcon 900B Air Cargo

Nach Angaben des Unternehmens vergingen zwischen der Auftragsvergabe und der Umsetzung, inklusive der Zulassung durch die französische Zivilluftfahrtbehörde DGAC.

Die Techniker entfernten in der Kabine des Langstrecken-Business-Jets alle Sitze und sonstige Inneneinrichtung und montierten Befestigungspunkte zur Sicherung der geladenen Fracht. Immerhin ist der temporäre Frachter in der Lage, 13,5 Kubikmeter Fracht mit einer Masse von maximal 2.884 Kilogramm zu transportieren.

Die Modifikation ist reversibel

Die Modifikation ist kein banaler Eingriff in das Interieur des Flugzeugs, so müssen beispielsweise die Befestigungspunkte so installiert sein, dass sie die geforderten Belastungen aufnehmen können, ohne die Struktur des Flugzeugs zu beschädigen. Die Ingenieure der Firma haben zudem darauf geachtet, dass die Modifikationen in kurzer Zeit wieder entfernt werden können, damit der Business Jet zu einem späteren Zeitpunkt wieder Passagiere in einer entsprechend ausgerüsteten Kabine befördern kann. An den Türen und den Flugzeugsystemen mussten keine Änderungen vorgenommen werden, um die Falcon 900B zu einem temporären Frachter zu verwandeln.

Das Flugzeug fliegt nun Vlies und Textilien für die Produktion von Masken und medizinischer Schutzausrüstung aus Westeuropa zu Produktionsstätten nach Osteuropa und nimmt auf dem Rückweg die fertige Ausrüstung wieder mit, um sie in Frankreich und Nordafrika zu verteilen. Der Business Jet ist flexibler einsetzbar als große Frachtflugzeuge und kann kleinere Flugplätze nutzen, die aufgrund ihrer Infrastruktur oder Pistenlänge größeren Flugzeugen verwehrt sind.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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