Der Business-Jet-Hersteller Gulfstream Aerospace aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia ist ein Pionier in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Geschäftsluftfahrt. Beispielsweise nutzt er schon seit Jahren für seine komplette Firmenflotte – inklusive der Testflüge – eine Mischung aus Kerosin aus fossilen Quellen und nachhaltig produziertem Treibstoff, so genanntem SAF (Sustainable Aviation Fuel). Dadurch reduziert er die CO2-Emissionen seines Flugbetriebs signifikant.
Jetzt hat Gulfstream in Zusammenarbeit mit der Luftfahrtbehörde FAA, führenden Forschungseinrichtungen wie der NASA, dem DLR und der Missouri University of Science & Technology, sowie dem Triebwerkshersteller Rolls-Royce und den Treibstofflieferanten Montana Renewables und World Fuel Services einen ersten Höhenforschungsflug mit seiner Gulfstream G800 unternommen, bei dem 100 Prozent SAF zum Einsatz kam. Die Beteiligten Projektpartner wollen die Effekte der Nutzung von SAF bei Flügen in großer Höhe erforschen. In SAF ist im Gegensatz zu Kerosin kein Schwefel enthalten, auch stößt ein Triebwerk bei der Verbrennung von SAF weniger Rußpartikel aus – diese beiden Stoffe sind mitverantwortlich für die Bildung von Kondensstreifen, die wiederum klimarelevant sind.
Die G700 wurde zum fliegenden Labor modifiziert
Um die Messungen durchzuführen, hat Gulfstream Aerospace eine G700 zu einem fliegenden Labor modifiziert. Die G800 – angetrieben von zwei Rolls-Royce Pearl-700-Turbofans – flog voraus, die G700 folgte ihr mit Sensoren, die verschiedene Parameter messen können. Die G800-Crew schaltete nacheinander um auf Jet A, Jet A mit niedrigem Schwefelanteil, und 100 Prozent HEFA SAF aus natürlichen Fetten wie beispielsweise Schlachtabfällen.
Die G700 folgte der G800 in verschiedenen Abständen, um die Messungen vorzunehmen. © Gulfstream Aerospace
Alan Newby, der Direktor für Forschung und Technologie bei Rolls-Royce, sagte: „Nachhaltige Luftfahrttreibstoffe werden in Kombination mit kompatiblen, hocheffizienten Triebwerken nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung der Luftfahrt spielen, sondern nachweislich auch bestimmte Nicht-CO2-Emissionen reduzieren. Die wertvollen Erkenntnisse aus diesen jüngsten Tests in großen Höhen sowie die Daten aus Projekten wie QRITOS oder ECLIF3 treiben den Fortschritt beim Verständnis der Nicht-CO2-Klimaauswirkungen der Luftfahrt und der potenziellen Minderungsmaßnahmen maßgeblich voran.“
Mark Burns, der Präsident von Gulfstream, sagte: „Während die Luftfahrtbranche ihre Arbeit an der Optimierung der Umweltbilanz fortsetzt, konzentriert sich Gulfstream darauf, Lösungen voranzutreiben, die schon heute messbare Ergebnisse liefern und zugleich eine nachhaltigere Zukunft des Fliegens gestalten. Diese Kampagne spiegelt unsere Strategie wider, durch Spitzentechnologie, Praxistests und sinnvolle Zusammenarbeit eine Vorreiterrolle einzunehmen, um die Umweltauswirkungen der Luftfahrt besser zu verstehen und zu verringern.“
Volker K. Thomalla
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