Das Flugzeug war, wie berichtet, von Austin im US-Bundesstaat Texas zum North Eleuthera Airport auf den Bahamas unterwegs, als es in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida verunglückte. Der Jet stürzte fast senkrecht und mit einer extrem hohen Sinkrate von über 30.000 Fuß pro Minute ab und explodierte beim Aufprall auf den Boden.
Tom Chapman, Vorstand beim NTSB, informierte zusammen mit Timothy Monville, dem leitenden Unfallermittler bei diesem Fall, in zwei Pressekonferenzen über den aktuellen Stand der Untersuchung. Das NTSB war nach Angaben Monvilles bereits am frühen Abend des 1. November mit einem Team von 20 Mitarbeitern an der Unfallstelle im Stadtteil Greenacres angekommen, darunter auch ein Drohnenpilot für die Suche nach Teilen, Wetterexperten und andere Fachleute. Die Unfallermittlungen werden aber durch Dauerregen erschwert. Der Learjet 60 hat beim Aufprall auf den Boden einen verhältnismäßig kleinen Krater verursacht, der sich aufgrund einer gerissenen Hauptwasserleitung schnell mit Wasser gefüllt hat. Er war bislang noch nicht zugänglich.
Timothy Monville (li.) ist der Leitende Unfallermittler beim Learjet-60-Absturz. Zusammen mit Tom Chapman (re.) informierte er über den Stand der Untersuchung mit einer Pressekonferenz. © NTSB
Die Ermittler haben an den ersten beiden Tagen nach dem Unfall Trümmerteile des Flugzeugs außerhalb des Kraters gesammelt und dokumentiert. Außerdem sammeln sie Fakten, befragen Zeugen und sammeln Unterlagen zum Flugzeug, zur Besatzung und zu den zum Unfallzeitpunkt herrschenden meteorologischen Bedingungen und zur Flugsicherung, um sich ein genaues Bild machen zu können. Das NTSB rief Unfallzeugen dazu auf, sich zu melden und ihre Beobachtungen mit den Ermittlern zu teilen.
Tom Chapman sagte, man habe drei große Trümmerteile des Höhenleitwerks des Learjet 60 zwischen 1,3 und 3,8 Meilen entfernt von der Unfallstelle gefunden. Diese Entfernung der Trümmer vom Unfallort machten es höchst unwahrscheinlich, dass sie sich erst beim Aufprall vom Flugzeug gelöst hätten.
Viele Trümmerteile sind noch nicht identifiziert
Man habe auch andere Flugzeugteile in der Nähe der Einschlagstelle gefunden, aber diese seien so klein, das man momentan noch nicht einmal wisse, um was es sich bei diesen Teilen handele. Man stehe erst am Anfang der Untersuchungen.
Mitarbeiter von lokalen Behörden seien dabei, die durch den Unfall zerstörten Wasserleitungen abzustellen, damit das NTSB beginnen könne, den Krater zu sichern, das Wasser abzupumpen und ihn zu betreten. Die Flugschreiber des Learjet konnten bislang noch nicht geborgen werden. „Es wird große Mühe kosten, die Wrackteile aus dem Krater zu bergen“, sagte Timothy Monville in der Pressekonferenz. Dies seien aber die ersten Schritte in einem langwierigen und multidisziplinären Prozess, um die Unfallursache zu klären.
Volker K. Thomalla
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