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ADAC Luftrettung zieht Einsatzbilanz der Flutkatastrophe

Hubschrauber aus ganz Deutschland haben bei der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands Mitte Juli wichtige und lebensrettende Hilfe geleistet. Allein die ADAC Luftrettung war zeitweilig mit sechs Hubschraubern vor Ort. Am 30. August wird der Einsatz im Katastrophengebiet offiziell beendet.

26.08.2021

Während der Flutkatastrophe flogen die Hubschrauber des ADAC über 200 Rettungseinsätze, davon 111 Windenrettungen. © ADAC Luftrettung

Hubschrauber waren einer der entscheidenden Faktoren bei der Rettung von Menschenleben nach der Flutkatastrophe im nördlichen Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen. Neben der Bundespolizei und der Bundeswehr waren auch nicht-staatliche Hubschrauber im Einsatz, so unter anderem von der ADAC Luftrettung. Seit dem 15. Juli 2021, dem ersten Tag nach der Katastrophe, hat die ADAC Luftrettung über 200 Einsätze mit ihren Hubschraubern geflogen und bei 111 Einsätzen Menschen mit der Winde retten müssen. Diese Zahlen präsentierte die gemeinnützige Luftrettungsorganisation heute. Sie wird am Montag, den 30. August, den noch im Ahrtal verbliebenen Zusatzhubschrauber „Christoph 23 Bravo“ abziehen und damit den Windenrettungseinsatz im Katastrophengebiet offiziell beenden.

Die Unwetterkatastrophe habe selbst erfahrene Crews emotional an ihre Grenzen gebracht, erklärte die ADAC Luftrettung bei der Präsentation der Einsatzbilanz. „Auf dem Höhepunkt der Flutkatastrophe waren bis zu sechs ADAC-Rettungshubschrauber in den Hochwassergebieten aktiv – darunter mit „Christoph 1“ aus München, der als Sonderhubschrauber in „Christoph 23 Bravo“ umbenannt wurde, und einer weiteren Reservemaschine zwei eigens in das Katastrophengebiet verlegte Helikopter mit Rettungswinde. So konnten Menschen aus Lebensgefahr gerettet oder verletzt in Kliniken geflogen werden.“

36 Winden-Einsätze in den ersten Stunden

Allein in den ersten Stunden nach der Verlegung flog „Christoph 23 Bravo“ 36 Einsätze, um Menschen von Dächern oder aus vom Wasser eingeschlossenen Häusern und Plätzen zu retten. So viele Windeneinsätze hintereinander ist seit Bestehen der ADAC Luftrettung noch kein ADAC-Rettungshubschrauber an einem Tag geflogen“, sagte Geschäftsführer Frédéric Bruder.

Neben der Primärrettung waren die Gelben Engel auch bei Verlegungsflügen gefordert. „Christoph Europa 1“ aus Aachen sei zum Beispiel einer der ersten Hubschrauber bei der Evakuierung des St. Antonius-Hospitals in Eschweiler.

In den ersten Tagen nach der Flut hatten Crews der Organisation auch überschwemmte Keller und Wohnungen nach Verletzten und Überlebenden durchkämmt. Später unterstützten sie Hundestaffeln der Polizei bei der Suche und haben von der Außenwelt abgeschnittene Bewohner des Flutgebietes mit dringend benötigten Medikamenten versorgt.

Bei der Präsentation der vorläufigen Einsatzbilanz lobte Frédéric Bruder ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die kurzfristige Verlegung der Windenhubschrauber ins Hochwassergebiet sei nur möglich gewesen, weil solidarisch, schnell und unbürokratisch gehandelt wurde.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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