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Die Bundeswehr hat die Bell UH-1D verabschiedet

Es war ein leiser Abschied von einem Hubschrauber, der über fünf Jahrzehnte lang für die Bundeswehr im Einsatz stand. Beim SAR-Kommando in Holzdorf wurde die Bell UH-1D nun endgültig aus dem aktiven Dienst ausgesondert. Der Nachfolger Airbus Helicopters H145 ist nun vollzählig bei der Truppe angekommen.

14.04.2021

Als letzter Standort hat Holzdorf den Wechsel des SAR-Hubschraubers von der Bell UH-1D (Vordergrund) auf die H145 von Airbus Helicopters vollzogen. © Bundeswehr/Peter Straube

Der Wechsel ist vollzogen: Am 12. April hat das SAR-Kommando im brandenburgischen Holzdorf als letztes der drei SAR-Kommandos die Bell UH-1D offiziell in den Ruhestand geschickt. Das altgediente Muster wurde durch die H145 SAR von Airbus Helicopters abgelöst. Am 19. März hatte das BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) den letzten von sieben bestellten H145-Hubschraubern beim Hersteller in Donauwörth übernommen. Schon kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres konnte die Schulung der 51 Piloten und Pilotinnen auf dem Muster abgeschlossen werden.

SAR-Hubschrauber der Bundeswehr

Die Verabschiedungszeremonie am Montag in Holzdorf fand coronabedingt im kleinen Kreis statt. Die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer war zu dem Anlass nach Holzdorf gekommen. Sie sagte: „Das ist eine Legende, die wir heute in den Ruhestand verabschieden.“

Produktion bei Dornier

Über ein halbes Jahrhundert lang hat die Bell UH-1D in der Bundeswehr gedient. Der Hubschrauber, der aufgrund seines typischen Geräuschs „Teppichklopfer“ genannt wurde, war während des Kalten Krieges in großer Zahl beschafft worden. Die Bundeswehr hatte insgesamt 340 Exemplare im Einsatz. 204 gingen an das Heer, 136 wurden an die Luftwaffe geliefert. Die ersten vier Exemplare aus der Produktion von Bell wurden schon 1966 an die Erprobungsstelle in Manching geliefert. Das Gros der Bell UH-1D für die Bundeswehr wurde von Dornier in Oberpfaffenhofen in Lizenz des US-Herstellers Bell gebaut. Die Erstauslieferung der ersten Huey von Dornier an die Bundeswehr erfolgte am 16. August 1967.

Die Bell UH-1D der Bundeswehr waren weltweit im Einsatz und flogen viele humanitäre Missionen, unter anderem in Biafra, Tunesien, der Türkei, Pakistan, Bangladesch, Äthiopien und Italien. Auch bei UN-Missionen wie in Somalia, Bosnien und im Kosovo, waren die Hueys der Bundeswehr im Einsatz. Die letzte Hueys der Bundeswehr flogen für die SAR-Kommandos. Bis 2013 hatte die Luftwaffe die Hubschrauber für den Such- und Rettungsdienst gestellt, seit 2013 flog das Heer mit der Huey die SAR-Missionen.

Eigentlich hatte eine sonderlackierte Bell UH-1D der Staffel 7/30 des Transporthubschrauberegiments 30 aus Niederstetten schon im vergangenen Jahr eine Abschiedstour quer durch Deutschland fliegen sollen. Der Hubschrauber wurde zwar lackiert, aber publikumswirksame Veranstaltungen, auf denen die Huey hätte gezeigt werden können, waren ja der Coronkrise zum Opfer gefallen. Die „Goodbye-Huey“ war zwar bei verschiedenen militärischen Anlässen zu sehen, aber die geplante Abschiedstour konnte nicht stattfinden. So war es dann ein leiser Abschied vom Teppichklopfer.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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