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Boeing holt weitere Partner in das MQ-28-Ghost Bat-Industrieteam

Ohne eine Beteiligung nationaler Unternehmen sind internationale Rüstungsverträge ab einer bestimmten Größe fast nicht mehr abzuschließen. Bei der Bewerbung um einen Auftrag der Bundeswehr für eine Begleitdrohne positioniert sich Boeing mit einem starken Team namhafter deutscher Hersteller.

11.06.2026

Wollen mit der MQ-28 Ghost Bat bei der Luftwaffe landen: Amy List, Vice President & Managing Director, Boeing Defence Australia, und Armin Papperger, CEO von Rheinmetall. © Boeing Deutschland

Erst zu Beginn dieses Jahres haben Rheinmetall und Boeing eine Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft geschlossen, um die Begleitdrohne MQ-28A Ghost Bat, die von Boeing Australia in Australien entwickelt und getestet wurde, der Bundeswehr im Rahmen des Programms CCA (Collaborative Combat Aircraft) anzubieten. Boeing Australia zeigte erstmalig die MQ-28A Ghost Bat auf einer Messe in Europa.

Auf der ILA (10. – 14. Juni 2026) haben die beiden Unternehmen ihre Absicht nicht nur durch eine entsprechende Präsenz auf der Messe bekräftigt, sondern auch bekanntgegeben, dass das deutsche MQ-28A Ghost Bat-Industrieteam vergrößert wurde. Diehl Defence und Rohde & Schwarz sind als neue Partner zum Team dazu gestoßen.

Mögliche Lieferung bis 2029

Amy List, Vice President und Managing Director von Boeing Defence Australia, sagte in Berlin: „Wir bringen das Beste aus australischer und deutscher Innovation zusammen, um der Luftwaffe bis 2029 die MQ-28 Ghost Bat bereitzustellen. Die Aufnahme von Diehl Defence und Rohde & Schwarz in unser Team ist dafür ein bedeutender Schritt. Wir werden bei Entwicklung, Erprobung, Auslieferung und Wartung eng zusammenarbeiten. Unser gemeinsamer Fokus liegt auf maximaler Flexibilität für unseren Kunden und die Anpassung der in Australien entwickelten Plattform an deutsche Anforderungen.“

Boeing zeigte nicht nur eine reale MQ-28 Ghost Bat, sondern auch ein Modell des Collaborative Combat Aircraft. © V. K. Thomalla

Die MQ-28 Ghost Bat hat in Australien bislang über 200 Flüge absolviert. Allein gestern wurden nach Angaben des Herstellers drei Flüge an einem Tag durchgeführt. Die Grundversion der MQ-28 ist für die Aufnahme von zwei AMRAAM-Lenkflugkörpern oder vier Standardbomben im internen Waffenschaft ausgelegt. Die Bugsektion des unbemannte Fluggeräts kann in relativ kurzer Zeit ausgetauscht werden, um für unterschiedliche Missionen verschiedene Sensoren bereitzustellen.

Helmut Rauch, der CEO von Diehl Defence, sagte: „Bei Diehl Defence freuen wir uns, Teil des Teams MQ-28 Ghost Bat Germany unter der Führung von Boeing Australia zu sein und gemeinsam das Collaborative Combat Aircraft (CCA) MQ-28 für Deutschland bereitzustellen. Wir sind bereit, unsere Expertise einzubringen, insbesondere im Bereich Luft-Boden-Waffen und Lenkflugkörper. Damit unterstützen wir die Bundeswehr bei der Bewältigung heutiger und künftiger Herausforderungen.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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