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Embraer feiert Rekordtag in Farnborough

Der zweite Tag der Farnborough Airshow 2018 war der erfolgreichste Tag in der Geschichte des brasilianischen Herstellers Embraer. Nie zuvor hatte der südamerikanische Aerospace-Konzern an einem einzigen Tag mehr Aufträge für Flugzeuge bekommen als gestern. 

18.07.2018

Embraer hatte die mit einer spektakulären Hai-Schnauze lackierte E190-E2 zur Farnborough Airshow 2018 gebracht. © Volker K. Thomalla

An diese Farnborough Airshow 2018 wird der brasilianische Flugzeughersteller noch lange denken: Erst unterzeichnete er einen Vertrag zur Gründung einer strategischen Partnerschaft mit Boeing, dann erteilte United Airlines am Eröffnungstag der Messe dem Hersteller gleich einen Folgeauftrag für 25 Embraer E175 im Gesamtwert nach Listenpreis von 940 Millionen Euro.

Doch gestern, am zweiten Tag der Messe westlich von London, konnte John Slattery, der Chef der Zivilflugzeugsparte von Embraer, den Füllfederhalter kaum aus der Hand legen, weil eine solche Anzahl von Aufträgen unterschrieben werden musste.

Aufträge im Wert von über 14 Mrd. US-Dollar

Insgesamt hat Embraer bisher auf der Luftfahrtmesse in Farnborough Aufträge, Optionen und Kaufabsichtserklärungen für 298 Flugzeuge der E-Jet-Familie erhalten. Der Wert nach Listenpreis dieser Aufträge beträgt 14,33 Milliarden US-Dollar (12,25 Milliarden Euro).

Folgende Kunden unterzeichneten Verträge:

Republic Airways: Die US-Regionalfluggesellschaft Republic Airways bedient im Auftrag von Delta Air Lines, US Airways, United Airlines und American Airlines Regionalstrecken. Sie ist bereits heute mit 350 Flugzeugen der größte Betreiber von  Flugzeugen der Embraer E-Jet-Familie. Gestern hat sie eine Kaufabsichtserklärung für die Festbestellung von 100 Embraer E175 bei Embraer abgegeben. Die Airline hat sich gleichzeitig das Recht gesichert, diese Bestellungen bei Bedarf in Aufträge für die Embraer E175-E2 umzuwandeln. Zusätzlich hat Republic Airways gestern Kaufrechte für weitere 100 E175 bei Embraer erworben. Wenn Republic alle Flugzeuge abnimmt, beträgt der Auftragswert nach Listenpreis 9,3 Milliarden US-Dollar (7,95 Milliarden Euro).

Azul Linhas Aéreas Brasileiras: Die brasilianische Azul hat auf der Farnborough Airshow eine Festbestellung für 21 Embraer E195-E2 unterschrieben. Auftragswert: 1,4 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro). Die Airline ist der Launch Customer für das Muster und wird ihre erste E195-E2 im nächsten Jahr übernehmen. Bereits 2015 hatte der Carrier 30 Flugzeuge dieses Typs bestellt. Mit dem gestrigen Auftrag hat sie die Zahl ihrer georderten E195-E2 auf 51 Exemplare gesteigert.

Wataniya Airways: Die kuwaitische Wataniya Airways hat als erste Airline aus dem Mittleren Osten 10 Embraer E195-E2 fest bestellt. Zusätzlich hat sie sich Kaufrechte für weitere 10 Exemplare dieses Musters gesichert. Die ersten Flugzeuge wird Wataniya 2020 erhalten. Sollten alle Kaufrechte in Festbestellungen umgewandelt werden, ergäbe dies einen Auftragswert nach Listenpreisen von 1,3 Milliarden US-Dollar (1,11 Milliarden Euro).

Helvetic Airways: Die Schweizer Regionalfluggesellschaft Helvetic Airways unterschrieb gestern eine Kaufabsichtserklärung (Letter of Intent) für 12 Embraer E190-E2 und sicherte sich Kaufrechte für 12 weitere Flugzeuge dieses Musters. Die Kaufrechte können bis zu einem bestimmten Stichtag noch in Kaufrechte für Embraer E195-E2 umgewandelt werden. Sollten alle Flugzeuge abgenommen werden, betrüge ihr Wert 1,5 Milliarden US-Dollar (1,28 Milliarden Euro).

Nordic Aviation Capital (NAC): NAC hat eine Kaufabsichtserklärung (Letter of Intent) für drei Embraer E190 im Wert von 156 Millionen US-Dollar (133 Millionen Euro) bei Embraer abgegeben.

Mauritania Airlines: Die nordafrikanische Fluggesellschaft Mauritania Airlines hat eine Festbestellung für zwei E175 im Listenpreiswert von 93,8 Millionen US-Dollar (80,2 Millionen Euro) unterzeichnet. Die beiden Regionaljets sollen 2019 ausgeliefert werden.

Ungenannter Kunde: Ein ungenannter europäischer Kunde hat drei Embraer E195-E2 fest bestellt und zwei Optionen gezeichnet.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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