Homepage » Luftverkehr » Air New Zealand und Airbus untersuchen Wasserstoff als Luftfahrt-Treibstoff

Air New Zealand und Airbus untersuchen Wasserstoff als Luftfahrt-Treibstoff

Neuseeland treibt die Nachhaltigkeit in der Luftfahrt voran: Die Fluggesellschaft Air New Zealand will jetzt zusammen mit Airbus die Optionen prüfen, die sie hat, um künftig Flugzeuge mit Wasserstoff auf ihren regionalen Strecken einzusetzen.

16.09.2021

Airbus hat sich auch Gedanken über ein Tubroprop-Flugzeug ohne Emissionen gemacht. © Airbus

Die neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand arbeitet schon seit 2018 mit dem Regionalflugzeughersteller ATR bei der Definition und Entwicklung eines hybrid-elektrisch angetriebenen Regionalflugzeugs zusammen, um das Ziel zu erreichen, bis 2050 komplett emissionsneutral zu fliegen. Nun hat die Airline eine weitere Initiative angekündigt. Sie wird zusammen mit dem Flugzeughersteller Airbus erforschen, wie wasserstoffbetriebene Flugzeuge sie bei der Erreichung ihres ambitionierten Ziels unterstützen können.

Erstmalig im asiatisch-pazifischen Raum haben zwei solche Unternehmen eine Grundsatzvereinbarung (MoU) unterzeichnet, um in einem gemeinsamen Forschungsprojekt die Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von emissionsfreien Wasserstoffflugzeugen in Neuseeland besser zu verstehen.

Analyse der Auswirkungen

Im Rahmen des MoU wird Air New Zealand die möglichen Auswirkungen von Wasserstoffflugzeugen auf ihr Streckennetz, ihren Betrieb und ihre Infrastruktur analysieren, während Airbus die Leistungsanforderungen an Wasserstoffflugzeuge und die Merkmale des Bodenbetriebs bereitstellen wird, um Air New Zealand bei der Entwicklung ihrer Dekarbonisierungs-Strategie zu unterstützen.

Laut Greg Foran, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Air New Zealand, ist die Vereinbarung ein spannender Schritt auf dem Weg zum Verständnis, wie wasserstoffbetriebene Flugzeuge in Neuseeland Realität werden könnten. Er sagte: „Diese Vereinbarung bringt uns einen Schritt näher an unsere Verpflichtung, bis 2050 keine Emissionen mehr zu verursachen, und an die Verwirklichung unseres Ziels, im nächsten Jahrzehnt kohlenstoffarme Lösungen für unsere kürzeren Inlands- und Regionalflüge einzuführen. Neuseeland hat die einmalige Chance, bei der Einführung von emissionsfreien Flugzeugen weltweit führend zu sein, denn das Land setzt auf erneuerbare Energien, die zur Erzeugung von grünem Wasserstoff genutzt werden können, und verfügt über ein gut ausgebautes regionales Streckennetz.“

Elektroflugzeuge bleiben eine Option

Er führte weiter aus: „Zum jetzigen Zeitpunkt sind sowohl Wasserstoff als auch batterieelektrische Flugzeuge als mögliche Optionen für unsere kürzeren Inlandsflüge im Gespräch, ebenso wie SAF (Sustainable Aviation Fuel) für Langstreckenflüge. Diese Forschung wird uns bei der Entscheidungsfindung helfen, wenn wir an der Dekarbonisierung der Fluggesellschaft arbeiten.“

Airbus arbeitet unter der Bezeichnung ZEROe an Projekten für emissionsarme Verkehrsflugzeuge und prüft derzeit drei Konzepte für wasserstoffbetriebene Flugzeuge, darunter ein Turboprop-Flugzeug für bis zu 100 Passagiere und einer Reichweite von bis zu 1.000 nautischen Meilen (1.852 Kilometer), ein Jet mit Urbofan-Antrieb für 120 bis 200 Passagiere und einer Reichweite von bis zu 2.000 nautischen Meilen (3.704 Kilometer) und einer Studie für ein Blended-Wing-Flugzeugfür bis zu 200 Fluggäste und einer großen Reichweite.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

ATR und Air New Zealand arbeiten an Hybrid-Regionalflugzeug

Hamburg finanziert eine A320 als Wasserstoff-Entwicklungsplattform

MTU begrüßt Wasserstoff als Luftfahrt-Treibstoff der Zukunft

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.