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Die Bundeswehr mustert den Kampfhubschrauber Tiger früher aus

Der Kampfhubschrauber Tiger wird nicht wie bislang geplant bis zum Jahr 2038 bei der Bundeswehr dienen. Das Ende seiner Dienstzeit wird bereits jetzt eingeläutet, Ende 2032 sollen die letzten Tiger in den Ruhestand geschickt werden.

1.02.2024

Die Bundeswehr schickt den Kampfhubschrauber sechs Jahre früher als bislang geplant in den Ruhestand. © Bundeswehr Maximilian Schulz

Nachdem die Nachricht über das Ende der gemeinsamen französisch-deutschen Ausbildungseinheit für den Kampfhubschrauber Tiger im Jahr 2028 aus Frankreich durch Aerobuzz auch in Deutschland veröffentlicht wurde, zeigt nun der gerade publizierte „18. Bericht des Bundesministeriums der Verteidigung zu Rüstungsangelegenheiten“ den Grund für das Ende der Ausbildung. Bislang sahen die Planungen vor, der Kampfhubschrauber Tiger bis zum Jahr 2038 zu betreiben. Im neuen Rüstungsbericht heißt es aber jetzt: „Der KH TIGER wird in 2032 aus der operativen Nutzung genommen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Flotte schrittweise bis 2028 auf 33 reduziert, wovon bis 2032 mindestens 24 Luftfahrzeuge im Bauzustand „Afghanistan Stabilisation German Army Rapid Deployment (ASGARD)“ erhalten bleiben. Auf diesen Bauzustand sind bis Ende Oktober 2023 bisher insgesamt 13 Luftfahrzeuge umgerüstet.“

Derzeit betreiben die Heeresflieger noch 51 Kampfhubschrauber Tiger. Bis 2028 werden 18 Exemplare ausgemustert, so dass dann noch 33 Tiger im Dienst stehen. Mindestens 24 davon sollen bis 2023 erhalten bleiben. Anfang 2033, so das Ministerium, würden alle verbliebenen Luftfahrzeuge aus der Nutzung genommen. Für die Materialerhaltung des Tiger müssen nach heutiger Planung zwischen 2023 und 2028 pro Jahr und Stück 4,5 Millionen Euro aufgewendet werden.

Einsatzbereitschaft soll erhöht werden

Durch die Stückzahl-Reduzierung wolle man die materielle Einsatzbereitschaft erhöhen. Die auszumusternden Hubschrauber werden im Rahmen einer Hochwertteilgewinnung als Ersatzteilspender für die noch fliegenden Tiger ausgeschlachtet.

Als Brückenlösung nach der Ausmusterung des Kampfhubschraubers Tiger bekommt die Bundeswehr bis zu 82 LKH (leichte Kampfhubschrauber) des Typs H145M. „Die Flottenreduktion TIGER ermöglicht die anteilige Übernahme der Fähigkeitsbeiträge KH TIGER durch Aufnahme und Betrieb der Brückenlösung LKH. Bei der Ausplanung des Fähigkeitstransfers TIGER-LKH ist neben der Ausbildungs-/Professionalisierungskonzeption LKH ebenfalls die bestehende deutsch-französische Ausbildungskooperation zu berücksichtigen“, heißt es im Rüstungsbericht.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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