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Verein will Fokker 100 der Austrian vor dem Verschrotten retten

Der Verschrottungsprozess hatte schon begonnen, als der Verein Airliners.sk auf die Fokker 100 der Austrian mit dem Taufnamen Bratislava in der slowakischen Hauptstadt aufmerksam wurde. Nun wollen die Luftfahrt-Enthusiasten den Regionaljet retten und in einem Museum ausstellen. Die Chancen für einen Erfolg dieses Unterfangens stehen nicht schlecht.

26.06.2020

Der Verein Airliners.sk aus der Slowakei will in Zusammenarbeit mit Austrian Technik Bratislava eine eingemottete Fokker 100 vor dem Verschrotten retten. © Airliners.sk

Der Verein Airliners.sk aus Bratislava in der Slowakei ist durch Zufall Besitzer einer Fokker 100 geworden. Der zweistrahlige Jet wurde 1991 gebaut und flog bis 2003 bei American Airlines. Nach einer kurzen Zwischenstation in Kanada kam sie zurück nach Europa und flog seit Ende 2005 bis November 2017 in Austrian Arrows-Lackierung für die Tyrolean Airways mit dem Taufnamen Bratislava und dem Kennzeichen OE-LVJ. Danach wurde sie auf dem Flughafen der slowakischen Hauptstadt eingemottet.

Die australische Alliance Airlines einigte sich 2019 mit Austrian Airlines über einen Verkauf der Fokker-Flotte und wollte das Flugzeug eigentlich in diesem Jahr nach Australien überführen.

Viele Teile sind schon ausgebaut

Doch die Coronakrise machte diesem Ansinnen einen Strich durch die Planung, stattdessen wurde die Fokker 100 als Ersatzteilspender ausgeschlachtet. Triebwerke, Fahrwerk, Avionik, Sitze und Vorflügel wurden ausgebaut und nach Australien verschifft.

Im April wurde der Airliners.sk durch Zufall auf das Flugzeug aufmerksam, das in der Halle der Austrian Technik in Bratislava auf sein Ende wartete. Der Verein übernahm das Flugzeug, um es in das private Luftfahrtmuseum auf dem Flugplatz Slávnica zu überführen, wo es die dortige Kollektion ergänzen soll. In Slávnica stehen bereits eine Tupolew Tu-134, eine Lisunow Li-2, eine Avia AV-14C, eine MiG-21, eine Suchoi Su-7BM und eine Suchoi Su-22M4.

Austrian Technik Bratislava (ATB) und das Museum Slávnica unterstützen das Vorhaben, allerdings muss der Verein 15.000 Euro für das Auseinandernehmen und den Transport der Fokker aufbringen und sucht derzeit noch weitere Sponsoren. Pavol Hamšík, der Finanzvorstand von ATB, begründet das Engagement der Firma für das Projekt: „Unser Unternehmen freut sich, die Initiative des Vereins Airliners.sk zu unterstützen. ATB hat sich zu einem weltweit führenden Unternehmen für die Wartung dieser Flugzeuge entwickelt, und viele unserer hochqualifizierten Flugzeugtechniker wurden an den Fokker 70/100 ausgebildet. Wir schätzen den Enthusiasmus unserer Luftfahrtkollegen, diese Maschine als Ausstellungsstück in der Slowakei zu erhalten. Wir haben uns im Grunde sofort auf eine Zusammenarbeit geeinigt.“

Neben Spendengeldern sucht der Verein derzeit auch weltweit nach den fehlenden Teilen, die bereits aus dem Flugzeug entfernt wurden. Er ist optimistisch, wenigstens das Fahrwerk in Kürze auftreiben zu können, damit die Fokker 100 überhaupt zu ihrem neuen Standplatz transportiert werden kann.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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