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Dassault hat seine revidierten Auslieferungsziele 2020 übertroffen

2020 war für Dassault Aviation ein Jahr der gemischten Gefühle: Die Auswirkungen der Coronakrise hatten zunächst alle Planungen über den Haufen geworfen, am Ende gab es aber dann doch einen versöhnlichen Abschluss. Allerdings sorgte der Auftragseingang bei den zivilen Flugzeugen für Sorgenfalten.

7.01.2021

Dassault Aviation hat im Jahr 2020 34 Business Jets der Falcon-Familie und 13 Rafale-Kampfflugzeuge an Kunden übergeben. © Dassault Aviation

Das Jahr 2020 war für den französischen Aerospace-Konzern Dassault Aviation eine Achterbahnfahrt. Die Auslieferungen im Bereich Militärflugzeuge liefen mit 13 ausgelieferten Fightern des Typs Rafale zwar so wie zu Beginn des Jahres geplant. Alle Kampfflugzeuge gingen in den Export, beispielsweise nach Indien und nach Katar. Aber diese Zahl entsprach nur 50 Prozent der Rafale-Lieferungen des Jahres 2019.

Produktionsplanungen revidiert

Bei den zivilen Programmen sahen die Planungen zu Beginn des vergangenen Jahres noch 40 Auslieferungen vor. Doch am 1. April, nachdem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die globale Wirtschaft besser zu erkennen waren, revidierte die Konzernleitung ihre Planungen und reduzierte die angestrebte Zahl der Business-Jet-Auslieferungen um 25 Prozent auf 30 Exemplare. Am Ende des Jahres wurde dieses Ziel nicht nur erreicht, sondern mit 34 an Kunden übergebenen Falcon sogar deutlich übertroffen.

ABS Jets betreibt die erste Dassault Falcon 7X in der Tschechischen Republik. Das Flugzeug ist das erste Flugzeug des französischen Herstellers im tschechischen Luftfahrtregister. © ABS Jets

Aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen und fehlender Messen und Kongresse litt der Auftragseingang für neue Business Jets im vergangenen Jahr deutlich. Konnte Dassault Aviation im Jahr 2019 noch 40 Verträge für neue Falcon akquirieren – und damit den Auftragsbestand stabil halten, so brach der Neuflugzeugverkauf im vergangenen Jahr deutlich ein. Der Hersteller konnte lediglich 15 neue Kaufverträge für Dassault Falcon Business Jets an Land ziehen.

Damit schmolz der Auftragsbestand merklich ab. Stand am 31. Dezember 2019 noch 75 feste Bestellungen für Rafale-Kampfflugzeuge und 53 Festaufträge für Falcon-Jets in den Dassault-Auftragsbüchern, so endete das Jahr 2020 mit einem Auftragsbestand von 62 Rafale-Fightern und 34 Business Jets der Falcon-Familie.

Neue Rafale-Verträge für 2021 erwartet

Allerdings ist die Perspektive für 2021 besser: Das griechische Parlament hat im Dezember 2020 die Beschaffung von 18 Rafale-Kampfflugzeugen genehmigt. Auch wenn ein Teil dieser Fighter als Gebrauchtflugzeuge von der französischen Armée de l’Air et de l’Espace kommt, so hat das französische Verteidigungsministerium angekündigt, die abgehenden Fighter durch Neuflugzeuge zu ersetzen. Dassault ist außerdem aktiv an Ausschreibungen für neue Fighter in Finnland und in der Schweiz beteiligt.

Der Geschäftsbereich Business Aviation wird in diesem Jahr vom neuesten Mitglied der Falcon-Familie, der Falcon 6X profitieren, die am 8. Dezember 2020 in Bordeaux-Mérignac ihr Roll-out gefeiert hat. Sie ist der Business Jet mit dem größten Rumpfdurchmesser, wenn man einmal die zu Business Jets modifizierten Airliner außer Acht lässt. Mit einer Kabinenlänge von 12,30 Meter, einer maximalen Kabinenbreite von 2,58 Metern und einer Kabinenhöhe von 1,98 Metern bietet die 6X ihren Nutzern viel Platz und bei einer Reichweite von 5.500 nautischen Meilen (10.186 Kilometer) auch eine große Flexibilität, so dass der neue Jet sicher für großes Interesse bei potenziellen Käufern sorgen wird.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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