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Die P.180 Avanti ist jetzt Flugstunden-Millionärin

Piaggio Aerospace hat jetzt die einmillionste Flugstunde der P.180 Avanti gezählt. Die italienische Turboprop-Zweimot ist in ihrer Form und in ihren Flugleistungen einzigartig. Trotz der Insolvenz des Unternehmens hat Piaggio Aerospace in den vergangenen zwei Jahren nicht weniger als 14 Aufträge für das Muster erhalten.

2.12.2020

Die weltweite Flotte von Piaggio Avanti hat Ende 2020 die Marke von einer Million Flugstunden erreicht. © Piaggio Aerospace/David Spurdens

Der italienische Flugzeughersteller Piaggio Aerospace hat jetzt ein besonderes Jubiläum feiern können: Die Flugzeuge der P.180-Avanti-Familie haben die Marke von einer Million Flugstunden erreicht. Das entspricht einer Flugzeit von 114 Jahren, wäre diese Zahl an Flugstunden von einem einzigen Flugzeug gesammelt worden.

P.180 Avanti

Der Erstflug des unkonventionell ausgelegten zweimotorigen Turboprop-Flugzeugs fand am 23. September 1986 auf dem Flughafen der italienischen Hafenstadt Genua statt. Nach einer Flugerprobung, die etwas mehr als drei Jahre in Anspruch nahm, wurde das Muster zugelassen und in Dienst gestellt. Das von zwei PT6A-Turboprop-Triebwerken angetriebene Flugzeug ist trotz seiner außergewöhnlichen Formgebung aus Aluminium gebaut.

Die Flugzeuge der Avanti-Familie bieten ihren Nutzern ein großes Raumangebot in der 4,55 Meter langen und 1,85 Meter breiten Kabine. Die vom Chefkonstrukteur Alessandro Mazzoni entworfene Zweimot ist in der Lage, bis zu acht Passagiere beziehungsweise 1.860 Kilogramm Nutzlast zu transportieren. Die Reichweite beträgt 1.424 nautische Meilen (2.637 Kilometer). Die Anordnung der Triebwerke und der Druckpropeller führt bei dem Flugzeug zu einem sehr charakteristischen Fluggeräusch.

Der Prototyp fliegt noch heute

Um das Flugstunden-Jubiläum gebührend zu würdigen, hat das Unternehmen den ersten Prototyp der P.180 Avanti neu lackieren und mit einer Beschriftung versehen lassen, die auf das Erreichen der ersten Million Flugstunden hinweist. Der Prototyp (I-PJAR) wird noch heute von dem Unternehmen für Flugtests genutzt.

Vincenzo Nicastro, der Sonderverwalter des Unternehmens, sagte: „Das Erreichen von einer Million Flugstunden ist ein Meilenstein, der in der Geschichte des Unternehmens einen hohen symbolischen Wert hat. Vor genau zwei Jahren, im Dezember 2018, als ich ernannt wurde, schien das Unternehmen kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen. Trotz eines sehr negativen wirtschaftlichen Szenarios ist es uns stattdessen gelungen, Piaggio Aerospace wieder voll funktionsfähig zu machen und Tausende von Arbeitsplätzen und eine mehr als 100 Jahre alte Marke zu retten. Wir freuen uns nun darauf, bald einen neuen Eigentümer zu finden, der dank eines umfangreichen Auftragsportfolios in der Lage sein wird, die Zukunft des Unternehmens neu zu gestalten.“

Piaggio Aerospace hatte kurz nach dem Erreichen des 100. Jahrestages der Gründung des Unternehmens Insolvenz anmelden müssen. Trotzdem hat das mittlerweile nach Villanova d’Albenga umgezogene Unternehmen seitdem 14 feste Bestellungen für die Avanti entgegennehmen können. Der jüngste Auftrag stammt von der italienischen Feuerwehr, die ein Exemplar geordert hat.

Bislang hat Piaggio Aerospace 246 Exemplare der P.180 Avanti gebaut, von denen noch 213 fliegen. In Europa und Nordamerika ist das Muster gleichermaßen gefragt mit 95 beziehungsweise 96 ausgelieferten Exemplaren. 18 P.180 fliegen in Asien/Pazifik und vier in der Region Afrika/Mittlerer Osten.

Der Fleet Leader, also das Flugzeug mit der höchsten Flugstundenzahl ist in Kanada zu Hause. Es war bislang über 11.000 Stunden in der Luft. Die aktuelle Version, die Avanti EVO, repräsentiert die dritte Generation des Musters.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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