Homepage » Business Aviation » G500 landet in Paris auf Lindberghs Spuren

G500 landet in Paris auf Lindberghs Spuren

Gulfstream Aerospace hat das Europa-Debüt des neuen Langstreckenjets G500 perfekt geplant. Der zweistrahlige Jet flog mit voll ausgestatteter Kabine gestern von Savannah nach Paris und stellte dabei einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. 

18.05.2017

Die erste G500 mit komplettem Interieur flog am 18. Mai 2017 von Savannah nach Paris, wo sie erstmalig auf europäischem Boden landete. © Gulfstream Aerospace

Die G500 mit dem Kennzeichen N505GD brauchte für die 3.788 nautische Meilen (7.015 Kilometer) lange Strecke von Savannah im US-Bundesstaat Georgia nach Paris gerade einmal 7 Stunden und 40 Minuten. Dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von Mach 0.90. Damit hat der Typ auf dieser Strecke einen neuen Geschwindigkeitsrekord zwischen den beiden Städten aufgestellt. Bei diesem Rekordversuch musste die Crew nicht einmal an die Reichweitengrenze des Musters gehen. Die G500 ist für eine Reichweite von 5.000 nautischen Meilen, also 9.260 Kilometer, ausgelegt.

Quasi en passant auf dem Weg nach Paris nahm die G500-Crew die Gelegenheit wahr, und stellte einen weiteren Rekord auf. Sie überflog (ohne zu landen) in Erinnerung an Charles Lindberghs Atlantikflug vor 90 Jahren New York und sauste von dort in nur 6 Stunden und 21 Minuten nach Paris. Damit hat sie den Überflug-Geschwindigkeitsrekord für diese Strecke gebrochen.

Offiziell werden beide Rekorde allerdings erst nach der Anerkennung durch die U.S. National Aviation Association und die Fédération Aéronautique Internationale in Lausanne, was ein paar Monate in Anspruch nehmen kann.

Die G500 war 27 Stunden schneller als Lindbergh

Charles Lindbergh war am 20. Mai 1927 in New York zum ersten Transatlantik-Überquerung in West-Ost-Richtung gestartet und 33,5 Stunden später in Paris Le Bourget gelandet. Sein einmotoriges Kolbenmotorflugzeug, die Spirit of St. Louis, wurde nach der Landung von 150.000 Menschen umringt, die Lindbergh feierten.

„Die G500 und ihre größere Schwester, die G600 sind dank ihrer Geschwindigkeit und ihres Kabinenkomforts perfekt auf unsere europäischen Kunden zugeschnitten“, sagte Scott Neal, Senior Vice President Worldwide Sales bei Gulfstream nach dem Flug. „Unsere Kunden haben uns geholfen bei der Auslegung und Definition dieser Flugzeuge, also wollen wir ihnen das Ergebnis ihrer Rückmeldungen zeigen. Die Tatsache, dass die G500 ausgereift genug ist, um Geschwindigkeitsrekorde bei Transatlantikflügen aufzustellen, und dabei gleichzeitig die Kabinenausrüstung zu testen, sagt eine Menge über die Fähigkeiten dieses Musters.“

Die G500 kann bis zu 19 Passagiere in drei verschiedenen Kabinenzonen aufnehmen. Das Flugerprobungsprogramm des Musters läuft so gut, dass der Hersteller im Herbst 2016 ankündigte, die Zulassung seiner beiden neuen Ultralangstreckenmuster um ein gutes halbes Jahr vorzuziehen. Die G500 soll noch in diesem Jahr zertifiziert werden.

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.