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Die Ampaire EEL fliegt 550 Kilometer mit Hybridantrieb

Das kalifornische Unternehmen Ampaire ist mit seiner hybrid-elektrisch angetriebenen Zweimot EEL von Los Angeles nach San Francisco geflogen und hat damit die vergrößerte Reichweite und Endurance der modifizierten Cessna 337 unter Beweis gestellt.

12.10.2020

Ampaire ist mit seinem hybrid-elektrisch angetriebenen Flugzeug EEL eine Strecke von 550 Kilometern geflogen. © Ampaire

Das kalifornische Start-up-Unternehmen Ampaire treibt die Erprobung des hybrid-elektrischen Antriebs der von ihr modifizierten Zweimot Ampaire EEL voran: Das auf Basis einer Cessna 337 beruhende Flugzeug ist vom Camarillo Airport nördlich von Los Angeles gestartet und auf dem Hayward Executive Airport an der Bucht von San Francisco gelandet. Die Großkreisentfernung zwischen den beiden Flugplätzen beträgt 253 nautischen Meilen (470 Kilometer), die tatsächlich geflogene Strecke betrug aber 296 nautische Meilen (550 Kilometer).

Die Durchschnittsgeschwindigkeit, mit der Testpilot Justin Gillen und der Flugtest-Ingenieur Russel Newman auf diesem Testflug flogen, betrug 117 Knoten, die Reiseflughöhe 8.500 Fuß. Deshalb dauerte der Flug auch zwei Stunden und 32 Minuten. Die Reisegeschwindigkeit einer Cessna 337 mit zwei Verbrennungsmotoren beträgt 170 Knoten. „Der Flug war ein ganz normaler Überlandflug, den in ein paar Jahren elektrisch angetriebene Flugzeuge jeden Tag unternehmen können“, sagte Gillen nach der Landung.

Weitere Erprobung auf Hawaii

Das für diesen ersten längeren Überlandflug verwendete Flugzeug ist der zweite Prototyp der Firma. Er trägt den Namen Hawai’i Bird, da er in Kürze nach Hawaii verschifft werden soll, um auf den Pazifikinseln in Zusammenarbeit mit dem Luftfahrtunternehmen Mokulele Airlines unter realistischen Regionalflug-Bedingungen erprobt zu werden.

Beim Hawai’i Bird haben die Mechaniker von Ampaire den Bugmotor gegen einen Elektromotor ausgetauscht, der eine Leistung von bis zu 200 kW erreichen kann. Allerdings ist er bei der aktuellen Anwendung auf 120 kW gedrosselt. Der Antrieb beim ersten Prototyp war noch luftgekühlt. Beim zweiten Prototyp hatten sich die Ingenieure des Unternehmens für einen flüssigkeitsgekühlten Antrieb entschieden, der eine größere thermische Bandbreite erlaubt. Der Heckmotor der Cessna 337, ein IO-550 von Continental Aerospace Technologies, verbleibt im Heck. Die Batterien für den Elektromotor hat die Firma in einer Wanne unter dem Rumpf untergebracht, um in der Kabine Platz zu schaffen.

Seit dem ersten Flug am 10. September hat das Flugzeug 23 Flüge absolviert und dabei 30 Stunden in der Luft verbracht. Die technische Abflugzuverlässigkeit lag bei 100 Prozent. Kevin Noertker, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Ampaire, sagte: „Das Elektroflugzeug EEL ist unser erster Schritt in Richtung neuer elektrischer Flugzeugkonstruktionen. Unser nächster Schritt wird wahrscheinlich ein Nachrüstprogramm für 19-sitzige Hybrid-Elektroflugzeuge sein, das die Emissionen und Betriebskosten senken wird, was regionalen Fluggesellschaften, ihren Passagieren und den Kommunen zu Gute kommen wird.“

Die NASA unterstützt Ampaire bei diesem Vorhaben finanziell. Die Firma plant ein Flugzeug auf Basis der de Havilland Twin Otter.  Ampaire hat dem hybrid-elektrischen, 19-sitzigen Flugzeugprojekt schon einen Namen gegeben: Es wird Eco Otter SX heißen.

Volker K. Thomalla

 

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