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e-Genius bricht Geschwindigkeits- und Streckenweltrekord

Neue Weltrekorde in den Kategorien Geschwindigkeit und Entfernung stellte das Elektroflugzeug e-Genius mit hybrid-elektrischem Antrieb auf. Im Fokus stand neben der Leistungsfähigkeit elektrisch betriebener Flugzeuge auch deren Alltagstauglichkeit.

2.05.2022

Auch wenn die e-Genius von außen betrachtet ein Motorsegler ist, gilt sie bei der Weltluftsport-Organisation FAI als Motorflugzeug. © e-Genius

Nur drei Tage Planung hat das Team von e-Genius gebraucht, um zwei Rekorde zu verdoppeln: Am 20. April hob das Elektroflugzeug die bisher erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit mit batterieelektrischem Antrieb von 93 km/h auf 207,65 km/h an. Bei der Reichweite liegt die Messlatte jetzt nicht mehr bei 504, sondern nach etwa sechs Stunden Flugzeit bei 1.003,6 Kilometern. „Das Flugzeug ist mit zwei Leuten gut zu betreiben und damit absolut alltagstauglich“, freut sich Diplom-Ingenieur Jonas Lay, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Flugzeugbau der Universität Stuttgart für die Antriebssteuerung zuständig ist.

e-Genius setzt neue Leistungsmaßstäbe

Damit dem rein elektrisch angetriebenen Propeller des zweisitzigen Flugzeugs in Kohlefaser-Verbundwerkstoff-Bauweise nicht der Strom ausgeht, wird der dazugehörige Akku während des Fluges von einem Verbrennungsmotor aufgeladen. Der kann laut Jonas Lay mit Diesel oder Jet-Fuel betrieben werden: „Um CO2-neutral unterwegs zu sein, tanken wir erneuerbare SAF-Kraftstoffe der Firma Neste.“ Das Hybrid-System des e-Genius soll der guten Effizienz und geringen Lärmbelästigung des Elektroflugs, größere Reichweiten und mehr Leistung hinzufügen.

Das Elektroflugzeug ist Teil mehrerer Forschungsprojekte am Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart. Ziel der Forschungsarbeit ist es, herauszufinden, wie CO2– und Lärmemissionen immer weiter verringert werden können, um so einen Beitrag zur Erreichung der Klimazeile zu leisten. Dabei helfen laut Jonas Lay unter anderem die Rekordflüge: „Nach den Prüfstandsversuchen können wir durch die Auswertung der bei den Flügen gesammelten Daten, viele Dinge lernen und verbessern.“

Mehr als 500 Kilometer Vollgas

Als Piloten konnte das Team von e-Genius Klaus Ohlmann gewinnen, der extra aus Frankreich zum Forschungsflugfeld eFliegen BW in Mengen (Kreis Sigmaringen) anreiste. Am ersten Tag wurde der Geschwindigkeitsrekord auf einer mehr als 500 Kilometer langen Strecke vom Flugplatz Mengen bis fast zur tschechischen Grenze und zurück in 9.500 ft geflogen. Tag zwei brachte den Streckenrekord auf der Route von Mengen nach Freiburg, dann entlang der Alpen nach Oberbayern, rund um die Kontrollzone München, Vilshofen, Regensburg, Ulm und zurück zum Startplatz. Auf dem letzten Teil der Strecke wurde noch ein kleiner Schlenker geflogen, um bei der Reichweite eine – viel schönere – vierstellige Zahl zu erreichen.

Heiko Link

 

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