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GB1 GameBird erhält EASA-Zulassung

Das von Philipp Steinbach entworfene Kunstflugzeug GB1 GameBird hat die EASA-Zulassung erhalten. Der Hersteller Game Composites wird die Aerobatik-Einmot in den USA in Serie bauen.

16.05.2017

Das Kunstflugzeug GB1 Gamebird erhielt am 12. April 2017 seine EASA-Zulassung. © Jean-Marie Urlacher

Im vergangenen Jahr war die Kunstflug-Einmot GB1 GameBird eines der vielbeachteten Highlights des EAA AirVentures in Oshkosh, Wisconsin. Ihr Konstrukteur Philipp Steinbach flog die grün-weiß-schwarz lackierte Kunstflugmaschine spektakulär vor und erhielt entsprechend große Aufmerksamkeit.

Am 12. April 2017 erteilte nun die europäische Flugsicherheitsagentur EASA dem Flugzeug die Zulassung nach CS-23. Der Zertifizierungsprozess hatte 2013 begonnen. Die EASA teilte in einer Pressemitteilung vom 12. Mai mit: „Die Zulassung der GB1 wurde in nur vier Jahren abgeschlossen, was bemerkenswert ist, wenn man in Erwägung zieht, wieviel technologische Innovation in dem Flugzeug steckt und wie groß die Design Organisation ist.“

GameBird vereint Kunstflug und Komfort

Die GB1 GameBird ist konsequent auf Kunstflug ausgelegt – und für Unlimited Aerobatics mit +10/-10 g zugelassen –, ohne aber den Aspekt Komfort und Alltagstauglichkeit aus den Augen zu verlieren. Rumpf, Flächen und Steuerstangen sind aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff gefertigt, das Fahrwerk aus Stahl. Mit einem Leergewicht von 585 Kilogramm darf die zweisitzige Einmot als Leichtgewicht bezeichnet werden.

Als Antrieb dient dem „Spielvogel“ der in vielen Aerobatikflugzeugen verwendete Sechszylinder-Lycoming, der auf den Namen AEIO-580B1A hört und 303 PS (226 kW) leistet. Seine Kraft wandelt er mit Hilfe eines Vierblattpropellers MTV14 aus dem Hause MT-Propeller aus Straubing in Vortrieb um.

Die Cruise Speed beträgt 200 Knoten

Die GameBird ist kompakt. Sie misst 6,90 Meter in der Länge und hat eine Spannweite von 7,70  Meter bei einer Flügelfläche von 11,3 qm. In die beiden Tragflächentanks passen je 108 Liter Avgas, der Akrotank im Rumpf nimmt 95 Liter auf.

Der rote Strich auf dem Fahrtmesser ist bei 235 Knoten aufgetragen. Die Manövergeschwindigkeit liegt bei 175 Knoten. Die Reisegeschwindigkeit bei einem Powersetting von 75 Prozent liegt bei beeindruckenden 200 Knoten und ermöglicht ein flottes Vorankommen. Die Reichweite bei dieser Cruise Speed beträgt 1.000 nautische Meilen beziehungsweise 1.852 Kilometer.

Im August 2016 hat Game Composites in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas das Werk fertiggestellt, in dem die GB1 produziert wird. Philipp Steinbach sagte in einem Interview, man wolle im ersten Produktionsjahr acht bis zehn Flugzeuge bauen. Später könne man die Produktion auf bis zu 25 Exemplare pro Jahr steigern.

 

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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