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Jeppesen hat sich von Papierkarten verabschiedet

Es ist das Ende einer Ära, die 92 Jahre lang gehalten hat: Jeppesen druckt keine Karten mit Luftfahrtinformationen mehr. Stattdessen werden die für die Flugdurchführung unerlässlichen Informationen nun nur noch digital zur Verfügung gestellt – was die Mehrheit der Kunden heute schon nutzt. Doch auch für Papier-Liebhaber gibt es noch eine Lösung.

4.11.2026

Jeppesen hat zum 31. Oktober 2026 den Druck von Papierkarten eingestellt. Die Informationen sind heute in den elektronischen Navigationssystemen der Flugzeuge zu finden. © V. K. Thomalla

Das Luftfahrtdaten-Unternehmen Jeppesen hat zum 31. Oktober dieses Jahres die Produktion von Karten auf Papier eingestellt. Mussten Piloten früher ganze Bände an Luftfahrtkarten mitschleppen, so haben digitale Cockpits im Laufe der Jahre die Papierkarten abgelöst. Heute wirkt es etwas aus der Zeit gefallen, wenn Piloten ihre Karten noch in Papierform in dicken Bänden mit sich führen. In der Anfangszeit der digitalen Cockpits mit begrenztem Speicherplatz – und der Befürchtung, dass die digitale Avionik einmal ausfallen könnte – hielten nicht wenige Crews auch an den Papierkarten fest, obwohl alle Daten digital verfügbar waren.

Die digitalen Daten haben nicht nur den Vorteil, dass sie leichter mitzunehmen sind, sie werden auch einfach aktualisiert. Erfahrene Piloten, Dispatcher und Flugschulinhaber erinnern sich noch an den hohen zeitlichen Aufwand, der notwendig war, um alle 28 Tage die umfangreichen Kartensammlungen zu aktualisieren. n>

Was früher in mehreren Bänden mitgeschleppt werden musste, ist heute auf dem Tablet oder dem EFB leichter zu aktualisieren und einfacher mitzunehmen, wenn es nicht sowieso in der Avionik abgelegt ist. © V. K. Thomalla

Jeppesen kündigte das Ende des Papierzeitalters bei seinen Luftfahrtinformationen an: „Der weltweite Übergang zu papierlosen Karten in der Luftfahrt schreitet zügig voran – angetrieben durch die steigenden Kosten für die Verwaltung von Papierunterlagen sowie die enormen Vorteile digital gestützter Betriebsabläufe. Bei der Mehrheit der Flüge weltweit kommen heute digitale Luftfahrtkarten von Jeppesen anstelle herkömmlicher Papierkarten zum Einsatz.

Der Druckservice für Jeppesen-Flugkarten wurde zum 31. Oktober 2026 eingestellt.

Wir möchten alle Kunden, die noch immer Papierkarten verwenden, nachdrücklich dazu ermutigen, jetzt den „Weg in den papierlosen Betrieb“ einzuschlagen. Unsere Experten bei Jeppesen unterstützen Sie gerne bei diesem Übergang. Bitte lassen Sie uns wissen, falls Sie weitere Beratung zu dieser Umstellung benötigen oder mehr über den Prozess selbst erfahren möchten.“

Alle laufenden Abos für Papierkarten wurden von Jeppesen gekündigt. Zuviel gezahlte Abogebühren werden ersetzt. Sollten Kunden trotzdem in Zukunft nicht auf Papierkarten verzichten wollen, können sie sich über Apps wie ForeFlight Mobile die Karten selbst ausdrucken. Jeppesen verkauft dafür sogar das besonders leichte Papier, welches mit den typischen sieben Löchern für die Jeppesen Airway Manuals vorgestanzt ist.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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