Homepage » General Aviation » Richard Branson erreicht mit der VSS Unity den Rand des Weltalls

Richard Branson erreicht mit der VSS Unity den Rand des Weltalls

Virgin Galactic hat einen ersten Start seines Raketenflugzeugs mit Passagieren an Bord erfolgreich absolviert. An Bord war auch der Gründer des Unternehmens, Sir Richard Branson. Ab 2022 dürfen auch zahlungskräftige Interessenten an Bord und drei Minuten Schwerelosigkeit erfahren.

12.07.2021

Richard Branson (re.) mit drei seiner Passagiere vor der VSS Unity vor dem Start zum Flug ins All am 11. Juli 2021. © Virgin Galactic

Die Beharrlichkeit und die finanziellen Möglichkeiten des britischen Milliardärs Sir Richard Branson (71) haben sich ausgezahlt: Gestern ist er zusammen mit fünf weiteren Personen an Bord mit dem Raketenflugzeug VSS Unity an den Rand des Weltraums geflogen. Wo genau die Grenze zum Weltraum liegt, ist nicht klar definiert. Sicher ist hingegen, dass die VSS Unity eine Höhe von 53,5 Meilen (umgerechnet 85,76 Kilometer) erreicht hat und die Insassen für rund drei Minuten Schwerelosigkeit erfahren konnten.

Auf ihrem 22. Flug wurde die VSS Unity nach dem Start vom Spaceport America im US-Bundesstaat New Mexico zunächst von dem Trägerflugzeug VMS Eve auf eine Höhe von 15.000 Metern gebracht. Dann wurde sie ausgeklinkt, und der Kommandant an Bord zündete das Raketentriebwerk im Heck.

Danach schoss die VSS Unity nach Angaben des Betreibers Virgin Galactic mit einer Maximalgeschwindigkeit von Mach 3.0 in die Höhe und segelte anschließend zurück zum Startflugplatz. Der gesamte Flug hatte rund eine Stunde gedauert.

Richard Branson in der Schwerelosigkeit an Bord der VSS Unity am 11. Juli 2021. © Virgin Galactic

Eigentlich hatte Branson schon 2011 an den Rand des Alls fliegen wollen. Zwar war damals der Spaceport America fertiggestellt, doch das Fluggerät war noch nicht bereit. Bis die technischen Probleme gelöst waren, sollten fast zehn Jahre vergehen.

Der Start erfolgte zehn Jahre später als geplant

Nach der Landung sagte Branson: „Ich habe von diesem Moment geträumt, seit ich ein Kind war, aber nichts hätte mich auf den Blick auf die Erde aus dem Weltraum vorbereiten können. Wir stehen an der Schwelle eines neuen Weltraumzeitalters. Als Gründer von Virgin war es mir eine Ehre, die unglaubliche Kundenerfahrung als Teil dieser bemerkenswerten Crew von Missionsspezialisten und jetzt Astronauten zu testen. Ich kann es kaum erwarten, diese Erfahrung mit angehenden Astronauten auf der ganzen Welt zu teilen.“

Der Flug wurde live gestreamt und sollte potenzielle Passagiere locken. Ab 2022 will Virgin Galactic regelmäßig Menschen an den Rand des Weltraums transportieren. Das Ticket für den Ritt im Raketenflugzeug wird aber einem exklusiven Club vorbehalten bleiben, denn die Preise fangen – abhängig vom gebuchten Rahmenprogramm – bei 250.000 US-Dollar an. Das ist zwar nicht für jedermann erschwinglich, aber immer noch günstig im Vergleich zu dem, was der erste Weltraumtourist der Geschichte, der Milliardär Dennis Tito 2001 gezahlt hatte, als er im April 2001 an Bord einer Sojus zur Internationalen Raumstation ISS flog. Tito hatte seinerzeit rund 20 Millionen US-Dollar für sieben Tage an Bord der ISS überwiesen.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Die VSS Unity hat ihren ersten Überschallflug absolviert

Virgin Galactic und Rolls-Royce wollen Mini-Concorde-Nachfolger bauen

Virgin Galactic kratzt am Rand des Weltraums

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.