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DRF warnt vor Gefahr für Rettungshubschrauber durch Drohnen

Drohnen stellen eine Gefahr für Rettungshubschrauber dar. Nach einem Zwischenfall in Freiburg, bei dem ein solches unbemanntes Fluggerät sich einem startenden Rettungshubschrauber bis auf fünf Meter näherte, appelliert die DRF Luftrettung an alle Drohnenbetreiber, sich an die bestehenden Vorschriften zu halten, um keine Menschenleben zu gefährden.

19.08.2020

Die DRF Luftrettung warnt vor den Gefahren durch Drohnen, nachdem ein solches ferngesteuertes Fluggerät sich Christoph 54 in der Startphase in Freiburg bis auf fünf Meter genähert hatte. © DRF Luftrettung

Vermehrt kommt es in Deutschland zu Konfliktsituationen zwischen Hubschraubern und Drohnen. Nach Schätzung der Deutschen Flugsicherung (DFS) gibt es hierzulande rund 1,2 Millionen Exemplare dieser unbemannten Fluggeräte. Die DRF Luftrettung berichtet nun von einem Zwischenfall, der sich vor wenigen Tagen am Flugplatz Freiburg zugetragen hat und warnt vor der Gefahr durch den Betrieb dieser Flugroboter für Rettungshubschrauber.

„Die Besatzung von ‚Christoph 54‘ wollte am Mittag einen Patienten von Lörrach nach Freiburg ins Krankenhaus transportieren. Kurz nach dem Start an der Station in Freiburg, auf etwa 70 Meter Höhe, bemerkte die Hubschrauberpilotin der DRF Luftrettung, dass sich ihr etwas Schwarzes im Luftraum näherte. Ihren Anfangsverdacht, dass es sich dabei um einen Vogel handeln könnte, musste sie schnell über Bord werfen: Sie konnte keinen Flügelschlag erkennen und da war der Flugkörper auch schon zum Greifen nah. Die Pilotin, die seit zehn Jahren für die rot-weißen Luftretter im Einsatz ist, konnte eine rechteckige Drohne in der Größe eines durchschnittlich großen Pakets erkennen. Vor dem Verlegungsflug hatte die Crew der DRF Luftrettung bereits eine Meldung erhalten, dass ein genehmigter Drohnenflug geplant sei. Allerdings war dieser Flug für einen anderen Zeitpunkt am späten Nachmittag angekündigt. Ein Ausweichmanöver war zum Glück nicht erforderlich. Kurzerhand teilte sie diese gefährliche Begegnung der Flugleitung des Flugplatzes mit, um auch andere Pilot*innen und Beteiligte zu warnen. Außerdem meldete sie den Vorfall dem ‚Safety Management System‘ (SMS) der DRF Luftrettung, das diese erheblichen Gefahrensituationen leider immer häufiger beobachten muss, denn Drohnen erfreuen sich insbesondere bei Hobbyfliegern zunehmend großer Beliebtheit. Das SMS überwacht Sicherheitsvorfälle dieser Art und geht auch präventiv vor, indem sie die Hubschrauberbesatzung der DRF Luftrettung auf solche Gefahren speziell schult und immer wieder neue Gefahrenquellen simuliert.“

Eine Kollision gefährdet Menschenleben

Dr. Peter Huber, Vorstand der DRF Luftrettung, kommentierte den Vorfall mit den Worten: „Eine Kollision hätte das Leben unserer Besatzung gefährden und ein schlimmes Ausmaß annehmen können.“ Die Polizei ermittelt nun, konnte aber den Drohnenpiloten bisher nicht ausfindig machen.

Dr. Huber appelliert daher an alle Dohnenbediener, sich an die Drohnen-Verordnung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zu halten, die im März 2020 neu herausgegeben wurde. Generell sei jegliche Behinderung und Gefährdung an Einsatzorten von Rettungscrews, Polizei sowie im An- und Abflugbereich von Flugplätzen verboten. Grundsätzlich dürfen Drohnen in Deutschland ohne anderweitige Genehmigung nicht höher als 100 Meter aufsteigen. Für Modelle mit einem Gewicht von mehr als zwei Kilogramm benötigen die Piloten einen Kenntnisnachweis. Neben Flugplätzen sind Menschenansammlungen, Unfallstellen oder Krankenhäuser für Drohnenflüge tabu. Für Drohnenflüge in Verbotszonen drohen hohe Strafen, denn sie stellen ein enormes Sicherheitsrisiko dar. „Wer den Einsatz von Rettungshubschraubern behindert und gefährdet, riskiert Menschenleben“, warnt Dr. Huber eindringlich.

Chancen für den Einsatz von Drohnen

Die DRF Luftrettung sieht in dem Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge aber nicht nur eine Gefahr, sondern auch eine Chance. Sie hat dazu ein Positionspapier mit eigenen Richtlinien entwickelt, wenn es beispielsweise um den Transport von notfallmedizinischer Ausrüstung wie Defibrillatoren geht. Genauso lassen sich in der Notfallversorgung Blut oder Laborproben durch Drohnen ans Ziel bringen. „Der Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen zu diesen Zwecken kann unter Umständen wesentlich schneller und effizienter sein als der Transport mit dem Rettungswagen oder dem Rettungshubschrauber“, sagt Dr. Huber. Hierzu arbeitet die DRF Luftrettung am Pilotprojekt MV|Life|Drone mit der Universitätsmedizin Greifswald als Kooperationspartner zusammen.

 

 

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